Erlangen/Nürnberg (epo.de). - In den Mega-Metropolen mit oft mehr als zehn Millionen Einwohnern gehört es zu den drängendsten Problemen, sauberes Wasser bereitzustellen und das Abwasser zu entsorgen. Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg entwickeln derzeit eine dezentrale Anlage zur Brauchwasserbereitung für solche Megastädte. Die Anlage soll insbesondere in Metropolräumen in asiatischen Schwellenländern zum Einsatz kommen.

Unter der Leitung von Professor Antonio Delgado werden an der Universität Erlangen-Nürnberg zunächst die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen für ein geeignetes Verfahren erforscht, das regelungstechnische, physikalisch-chemische und mikrobiologische Details der Brauchwasserbereitung berücksichtigt. Darauf folgen Entwicklungsschritte zum Bau einer flexiblen, leicht zu bedienenden Anlage, die mit einem zweistufigen Reaktor betrieben und auf der Basis von Fuzzy Logic geregelt werden soll.

Da die Anlage für den Einsatz in asiatischen "Megastädten" der Gegenwart und Zukunft bestimmt ist, seien hier besondere Anforderungen zu erfüllen, so die Forscher. Empfindliche, reaktionsschnelle Sensoren sollen Überladungen vermeiden. Eine Mischung aus lokaler Bedienung und internetbasierter Ferndiagnose ist vorgesehen. Mehrere Testphasen werden mit der Installation und Erprobung in einem Land in Asien abgeschlossen.

Um die soziokulturelle Umgebung in ausreichendem Maße einzubeziehen, werden die Arbeiten am Lehrstuhl für Strömungsmechanik mit einem Forschungsprojekt der Hans-Sauer-Professur für Metropolen- und Innovationsforschung an der Humboldt-Universität Berlin abgestimmt. Das Forschungsprojekt will Erfinder aus Schwellenländern an Innovationsprozessen in Deutschland beteiligen.

Die Hans-Sauer-Stiftung fördert Personen und Projekte, die wissenschaftlich-technisch und ökologisch-gesellschaftspolitisch wertvolle Innovationen und Ergebnisse versprechen. Ein Förderschwerpunkt betrifft das Thema "Wasser" und zielt auf neuartige, praktikable Lösungen von Fragen der Wasserversorgung, -reinhaltung und -entsorgung ab. Für das Projekt des Lehrstuhls für Strömungsmechanik fließen erstmals Fördergelder der Stiftung nach Erlangen.

Universität Erlangen-Nürnberg


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