tdhOsnabrück (epo.de). - Trotz vermehrter Anstrengungen ist keine Eindämmung der HIV/Aids-Pandemie in Sicht. Damit verschlechtern sich die Lebenschancen für Millionen Kinder weiter: Schätzungsweise 15 Millionen Jungen und Mädchen haben bereits ihre Eltern durch Aids verloren, zum Ende dieses Jahrzehnts könnte ihre Zahl auf mehr als 20 Millionen ansteigen. Dies erklärte das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember.

Weiterhin lebt mit mehr als zwölf Millionen Kindern ein Großteil dieser Waisen in Afrika südlich der Sahara, aber auch Länder wie Indien und Thailand sind immer stärker betroffen. Da die Immunschwäche am stärksten arme Bevölkerungsgruppen betrifft, ist der Aids-Tod ihrer Eltern für viele Kinder besonders dramatisch. "Wir wissen, dass diese Jungen und Mädchen häufig die Schule abbrechen müssen; sie sind gezwungen, sich Arbeit zu suchen - dazu zählt für viele Mädchen die Prostitution als Mittel zum Überleben. Viele landen auf der Straße; fehlender Schutz durch den Staat oder das soziale Umfeld macht die Kinder zu leichten Opfern von Gewalt und Missbrauch", sagte terre des hommes-Sprecher Wolf-Christian Ramm.

Die Spirale von Armut, Ansteckung und weiterer Ausbreitung könne so nicht durchbrochen werden. "Die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen stellt fast die Hälfte der jährlich 4,3 Millionen HIV-Neuinfektionen - dabei ist dies die Generation, die das Blatt wenden und die Ausbreitung der Immunschwäche bremsen sollte", so Ramm. Es sei höchste Zeit, die Versäumnisse der Vergangenheit aufzuholen. Eine breite Versorgung von Kranken mit Aids-hemmenden Medikamenten würde das Sterben von Millionen infizierter Eltern verhindern. Doch in einem Land wie Südafrika mit seinen ökonomischen Möglichkeiten sterben weiterhin rund 1.000 Menschen pro Tag an Aids.

Gleichzeitig sei es wichtig, die Gemeinschaften und lokalen Kräfte stärker dabei zu unterstützen, die zusätzlichen Belastungen durch die Versorgung der Waisen zu meistern. Nur wenn Kinder und Jugendliche in einem stabilen Umfeld aufwachsen, ihre Ausbildung fortsetzen und lernen könnten, sich trotz der frühen Belastungen im Leben zu behaupten, werde aus Waisenkindern eine Generation mit Zukunft.

terre des hommes


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