eireneNeuwied (epo.de). - Mit einem Neujahrsempfang in der Geschäftsstelle in Neuwied hat der Internationale Christliche Friedensdienst EIRENE den Beginn des Jubiläumsjahres eingeläutet. Die Organisation kann in diesem Jahr auf 50 Jahre Einsatz für Frieden und Entwicklung zurück blicken. Seit der Gründung 1957 engagierten sich mehr als 1.500 Fachkräfte und Freiwillige in vielen Teilen der Welt in sozialen Brennpunkten. Aktuell ist EIRENE in Afrika, Lateinamerika, Europa und Nordamerika tätig.

Die Geschäftsführerin von EIRENE, Angela König, hielt anlässlich des Neujahrsempfangs auch Rückschau auf das vergangene Jahr. "Neben der Arbeit für die Projekte sind schon im letzten Jahr viel Engagement und Arbeitszeit in die Vorbereitungen und Planungen für unser Jubiläumsjahr geflossen. Zusätzlich haben wir neue Programmbereiche in unsere Arbeitsfelder aufnehmen können und unser Projektprofil erweitert", so König in ihrer Ansprache.

So hat EIRENE in der westafrikanischen Sahelregion mit Mali und Burkina Faso zwei neue Einsatzländer hinzu bekommen. Mit den traditionellen Projektländern Niger und Tschad engagiert sich EIRENE nun in vier Ländern der Region. Außerdem soll das Engagement in Afrika noch in diesem Jahr mit der Entsendung von Friedensfachkräften nach Burundi und in den Kongo erweitert werden. In Lateinamerika wurde die intensive Zusammenarbeit mit Nicaragua und Bolivien fortgeführt, die Anzahl von Freiwilligenentsendungen nach Brasilien wurde deutlich erhöht. 

EIRENE beschloss darüber hinaus den Aufbau eines Freiwilligenprogramms für Marokko, um die interkulturelle Begegnung mit muslimisch geprägte Gesellschaften auszubauen. In diesem Kontext steht auch das verstärkte Engagement in Bosnien ab Mitte diesen Jahres, mit dem das Tätigkeitsfeld in Osteuropa über Rumänien hinaus erweitert werden soll. Im Sommer 2007 sollen die ersten Freiwilligen bei Partnerorganisationen in Marokko und Bosnien ihren 18monatigen Friedensdienst beginnen.

"Mit einer Anzahl von 117 Freiwilligen und Fachkräften haben wir im Jahr 2006 einen neuen Höchststand erreicht. Der Ausbau unserer Aktionsfelder war nur möglich, weil wir auch im vergangenen Jahr von über 4.500 Spenderinnen und Spendern aus dem ganzen Bundesgebiet die dafür notwendige finanzielle Unterstützung erhalten haben. Mit einem Spendenaufkommen in Höhe von fast 700.000 Euro können wir auch in diesem  Bereich auf ein gutes Jahr zurück blicken", so Angela König.

Besorgt äußerte sich die EIRENE-Geschäftsführerin gegenüber zunehmenden Tendenzen in den internationalen Friedensbemühungen, zivile und militärische Komponenten miteinander zu verknüpfen. "Im Einzelfall, etwa in der Katastrophenhilfe, mag dies sinnvoll sein. Die Vermischung des militärischen Auftrags einer Armee mit dem humanitären Auftrag von Nichtregierungsorganisationen birgt aber mehr Gefahren als positive Möglichkeiten. Geradezu skandalös wird es, wenn Nichtregierungsorganisationen die Rolle übernehmen sollen, nach militärischen Interventionen die 'Kollateralschäden' zu beseitigen."

König forderte in diesem Zusammenhang auch eine andere finanzielle Gewichtung der Friedensarbeit durch die Bundesregierung. So hätte allein der dreimonatige Militäreinsatz der Bundeswehr im Kongo über 65 Millionen Euro verschlungen, eine Summe, mit der EIRENE seine laufende Arbeit für fast 20 weitere Jahre sicherstellen könnte. "In die Krisenprävention wird noch viel zu wenig investiert. Stattdessen werden oft erst dann Gelder mobilisiert, wenn Konflikte bereits zu gewalttätigen Auseinandersetzungen eskaliert sind. Und es zeigt sich wie am Beispiel Afghanistan, dass militärischer Einsatz letztlich keinen nachhaltigen Frieden bringen kann."

EIRENE


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