G8Aachen (epo.de). - Anlässlich des Treffens der G7-Finanzminister am 9./10. Februar in Essen haben katholische Hilfswerke weltweit die reichsten Industrienationen dazu aufgefordert, ihre Verantwortung für eine konsequente Entwicklungszusammenarbeit mit den Ländern des Südens wahrzunehmen. "Die Gipfel der G8-Staaten sind nur so viel wert wie die Umsetzung der dort geleisteten feierlichen Versprechen," erklärte Josef Sayer, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR in Aachen, unter Verweis auf Zusagen zur Erhöhung der Entwicklungsfinanzierung in der Vergangenheit.

"Die internationale Gemeinschaft bekennt sich zwar seit Jahren zu den Millennium-Entwicklungszielen, investiert aber nach wie vor zu wenig in sauberes Trinkwasser, medizinische Versorgung und Grundbildung der Ärmsten unserer Welt", sagte Sayer. "Wir brauchen keine weiteren Versprechungen, sondern klare und überprüfbare Finanzierungspläne und ausreichende Finanzierungsinstrumente wie zum Beispiel eine Flugticketabgabe."

Sayer verwies zugleich auf die Tatsache, dass Entwicklungspolitik mehr sei als die dringend erforderliche Steigerung der benötigten Mittel: "Geld alleine macht noch keinen Menschen satt oder gesund. Entscheidend ist, dass die Hilfe bei den Armen wirkt. Hier sind die Regierungen im Norden wie im Süden in der Verantwortung."

Für die politisch Verantwortlichen in den G8-Staaten bedeute das die konsequente Berücksichtigung der Armutsbekämpfung in allen Politikbereichen. "Es nutzt wenig, wenn den Menschen das, was mit Entwicklungshilfe finanziert wird, auf der anderen Seite durch unfaire Bedingungen im Welthandel oder durch die stillschweigende Duldung von Korruption und Steuerflucht wieder genommen wird."

In diesem Zusammenhang, so Sayer, sei es unbegreiflich, dass Deutschland die UN-Konvention zur Korruptionsbekämpfung bis heute nicht ratifiziert hat: "Wie wollen die G7-Finanzminister in Essen glaubwürdig über den Tagesordnungspunkt 'Gute Regierungsführung im Finanzmanagement in Afrika' sprechen, wenn sie ihre eigenen Hausaufgaben nicht machen?"

Das Bischöfliche Entwicklungshilfswerk MISEREOR wandte sich gemeinsam mit anderen katholischen Hilfswerken des CIDSE-Netzwerks sowie des weltweiten Caritas-Netzwerks im Vorfeld des G8-Gipfels an Regierungen im Norden und im Süden, um die gemeinsame Verantwortung für eine wirksame Armutsbekämpfung einzufordern. Die internationale Aktion mit dem Titel "Make Aid Work. The Poor Can't Wait!" hat in Deutschland unter dem Motto "Haltet Euer Versprechen" bereits Anfang dieses Jahres begonnen. Sie fordert eine Einhaltung der Finanzierungszusagen sowie eine konsequente Orientierung der Politik an der Armutsbekämpfung.

Der weltweite Start der Aktion fand in Rom statt. Mit Unterschriftenlisten sowie online und über SMS wird Unterstützung für diese Forderungen gesammelt. Anfang Mai soll eine weltkirchliche Delegation von Kardinälen und Bischöfen aus Afrika, Asien und Lateinamerika gemeinsam mit Kollegen aus den G8-Staaten die Forderungen an G8-Regierungen überreichen.

? www.make-aid-work.org
? www.misereor.de


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