Rodung von Tropenwald in Braslien. Foto: epoMünchen (epo.de). - Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife hat anlässlich des Welttages des Waldes am 21. März auf die Vernichtung der Urwälder aufmerksam gemacht und einen Handelsstopp für illegal gerodete Hölzer gefordert. "Die nächsten Monate bieten einmalige Chancen, gegen den fatalen Raubbau an den Wäldern weltweit vorzugehen. Wir appellieren an die EU, endlich ihrer Verantwortung als wichtiger Absatzmarkt gerecht zu werden und die richtigen Weichen zu stellen", erklärte Pro Wildlife-Sprecherin Sandra Altherr.

Während die EU in zähen Diskussionen über ein mögliches Importverbot für illegal geschlagene Hölzer nachdenkt, stehen nach Angaben von Pro Wildlife bei der kommenden Tagung des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (WA) im Juni in Holland konkrete Entscheidungen über internationale Handelsbeschränkungen für elf tropische Holzarten an - so viele wie noch nie zuvor.

13  Millionen Hektar Wälder werden nach Angaben der FAO jährlich weltweit vernichtet, vor allem in Lateinamerika, Zentralafrika und Südostasien. Ein Großteil dieser Rodungen verstosse gegen nationale Bestimmungen im Herkunftsland (z.B. 94% in Kambodscha, bis zu 80% in Brasilien und Honduras, 70% in Gabun), doch bleibe dies ohne Folgen. "Solange die Absatzmärkte den Import solch illegal geschlagener Hölzer tolerieren, fördern sie den Vernichtungsfeldzug gegen die letzten Urwälder", kritisierte Altherr. Bislang existierten kaum verbindliche internationale Regelungen zum Handel mit Hölzern.

Derzeit diskutiert die EU verschiedene Optionen, um konkrete Schritte zum Schutz der Regenwälder festzulegen. Die Optionen reichen von freiwilligen Selbstkontrollen der Holzwirtschaft bis hin zu einem Import-, Handels- und Besitzverbot für illegal geschlagene Hölzer. Pro Wildlife und andere Artenschutzverbände drängen auf diese letztere Option: "Nur ein verbindliches und striktes Gesetz kann verhindern, dass die EU ein Umschlagplatz und Absatzmarkt für illegal geschlagene Tropenhölzer bleibt. Alles andere wäre Makulatur", so Altherr.

Mit großer Erwartung sieht Pro Wildlife der kommenden WA-Konferenz (3.-15. Juni 2007 in Den Haag, Niederlande) entgegen. Dort wird über eine erstmalige weltweite Unterschutzstellung von elf tropischen Baumarten abgestimmt (Brasilholz, Honduras-Palisander, 2 Arten Cocobolo und 7 Arten Cedro). "Cedro ist nach Mahagoni das wertvollste Holz im internationalen Handel. Seit der Unterschutzstellung von Mahagoni wird das bislang ungeschützte Cedro rücksichtslos abgeholzt", so Pro Wildlife. Brasilholz wird zur Produktion hochwertiger Bögen für Streichinstrumente verwendet, Honduras-Palisander zur Herstellung von Gitarren und Geigen. Gelingt es, die elf Tropenhölzer schützen zu lassen, dürfen Exporte nur noch stattfinden, wenn sie als legal und nachhaltig ausgewiesen sind.

"Wir hoffen, dass alle 11 Tropenhölzer unter Schutz gestellt werden. Denn solange die EU den Handel mit Tropenhölzern nicht anderweitig regelt, ist das WA die einzige Möglichkeit, dem Raubbau an bedrohten Arten entgegenzutreten", sagte Sandra Altherr.

www.prowildlife.de


Back to Top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok