DWHHBerlin (epo.de). - Die Deutsche Welthungerhilfe hat auf die zunehmenden Gefahren für Entwicklungshelfer in Krisengebieten hingewiesen. Einer aktuellen Studie zufolge habe sich die Zahl gewaltsamer Angriffe auf Helfer zwischen 1997 und 2005 verdreifacht, sagte der Generalsekretär der Organisation, Hans-Joachim Preuß, bei der Vorstellung des Jahresberichtes am Dienstag in Berlin. Preuß warnte vor einer Instrumentalisierung der Helfer durch die Konfliktparteien.

Die Deutsche Welthungerhilfe hat im Jahr 2006 fast 60 Prozent aller Mittel für Nothilfe verwendet, also die Bewältigung der Folgen von Krisen, Konflikten und Katastrophen. Der weitaus größte Teil entfiel dem Jahresbericht zufolge mit 53,9 Millionen Euro auf den Sudan. Unter anderem versorgt die Hilfsorganisation in der Krisenprovinz Darfur im Westen des Landes knapp eine halbe Million Flüchtlinge.

Insgesamt standen der Welthungerhilfe im vergangenen Jahr 165 Millionen Euro zur Verfügung. Davon stammen laut Jahresbericht 34,7 Millionen Euro von rund 294.000 Spendern, der Rest sind öffentliche Gelder des Welternährungsprogramms (WFP), der Europäischen Union oder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Die Verwaltungsausgaben lagen nach Angaben der Welthungerhilfe bei 1,4 Prozent, der Anteil für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bei 4,3 Prozent. Die Deutsche Welthungerhilfe erhielt auch 2006 das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) und belegte den zweiten Platz bei dem für Hilfsorganisationen vergebenen Transparenzpreis der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers.

"Auch wenn das Jahr 2006 nicht von medienträchtigen Katastrophen wie dem Tsunami geprägt war, steht die Welthungerhilfe vor großen Herausforderungen", sagte Ingeborg Schäuble, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Welthungerhilfe. "Für den chronischen Hunger, unter dem weltweit 850 Millionen Menschen leiden, und den akuten Hunger als Folge von bewaffneten Konflikten brauchen wir nach wie vor die ganze Unterstützung unserer Spender und der öffentlichen Geber."

Der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe, Hans-Joachim Preuß, wies auf die gestiegene Gefahr für Entwicklungshelfer hin. Nach einer aktuellen Studie hat sich die Zahl gewaltsamer Angriffe (Morde, Entführungen, Attentate mit der Folge schwerer Verletzungen) auf Helfer zwischen 1997 und 2005 verdreifacht. Insgesamt gab es in diesem Zeitraum 408 Zwischenfälle, von denen 941 Menschen betroffen waren. 434 Helfer bezahlten ihren Einsatz mit dem Leben.

Neben einer Verschärfung von Sicherheitsmaßnahmen sind nach den Worten von Hans-Joachim Preuß "Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Neutralität" der wichtigste Schutz für die Arbeit von Hilfsorganisationen. "Wir fordern daher von allen Interventionsstaaten in bewaffneten Konflikten, Hilfsorganisationen nicht als Teil einer wie auch immer gearteten Strategie zu instrumentalisieren."

www.welthungerhilfe.de


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