GuideStarBerlin (epo.de). - Die Arbeit von Hilfswerken, Vereinen und Stiftungen in Deutschland und in anderen europäischen Ländern soll bald transparenter werden. Mit Hilfe modernster Datenbanktechnologie will das internationale Konsortium GuideStar Europe bis zum Herbst 2008 die Voraussetzungen für nationale Informationsdatenbanken der gemeinnützigen Sektoren erforschen und Pilotversionen so weit wie möglich auch schon in Betrieb nehmen. Auch der Verband Entwicklungspolitik (VENRO) ist in das von der EU geförderte Projekt einbezogen.

Langfristiges Projektziel in Deutschland ist der Aufbau einer für die Öffentlichkeit in der Basisnutzung frei zugänglichen Datenbank, die den gemeinnützigen Bereich ("Dritter Sektor") mit seinen rund 600.000 eingetragenen Vereinen und 20.000 (nichtkirchlichen) Stiftungen möglichst umfassend abbildet. Auch für die berichtenden Organisationen selbst wäre das Portal in der Basisvariante gebührenfrei nutzbar.

Auf deutscher Seite beteiligt sind das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) als Träger des Projekts GuideStar Deutschland und das Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft an der Humboldt Universität zu Berlin. Technologiepartner und Koordinator von GuideStar Europe ist die gemeinnützige britische Organisation GuideStar International, die in London ansässig ist.

Das Projekt soll einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland leisten. Den Organisationen selbst würde die Informationsdatenbank lau GuideStar eine wichtige Plattform zur Präsentation ihrer Arbeit, zur freiwilligen Rechenschaftslegung und letztlich zur Optimierung ihrer Werbung um Zeitspenden (Freiwillige), Sach- und Geldspenden liefern. Die Datenbank soll Informationen - nicht Einschätzungen oder Bewertungen - zu möglichst vielen der in Deutschland bestehenden Vereine und Stiftungen bieten. Sie wäre damit eine sinnvolle Ergänzung des DZI Spenden-Siegels und der DZI-Spenderberatung, deren geprüfte Informationen und wertende Auskünfte sich nur auf überregional Spenden sammelnde Organisationen beziehen.

Die Europäische Kommission unterstützt GuideStar Europe mit mehr als 600.000 Euro im Rahmen ihres eTEN-Programms. Während des auf 18 Monate befristeten Projekts wird sich das Konsortium auch mit den Möglichkeiten der Umsetzung einer europaweiten Internet-Suchfunktion befassen.

Aufgrund der fehlenden Rechnungslegungs- und Publizitätspflicht in Deutschland habe derzeit nur eine Datenbank auf Basis freiwilliger Selbstauskunft Erfolgsaussichten, erklärte GuideStar Deutschland. Für den Erfolg eines solchen Selbstregulierungsinstruments spreche, dass bei vielen Organisationen des gemeinnützigen Sektors inzwischen ein großes Interesse bestehe, sich transparent zu präsentieren. Die "Projektgruppe zur Reform des Gemeinnützigkeits- und Spendenrechts", der neben unabhängigen Fachleuten auch alle wesentlichen Dachorganisationen des Dritten Sektors angehören, habe sich im April 2006 in ihrem "Dossier" für die Einrichtung einer zentralen Datenbank mit Grunddaten zu allen gemeinnützigen Organisationen ausgesprochen.

GuideStar Deutschland wird seit dem 1. Mai 2006 vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (www.dzi.de) getragen. Beratung und fachliche Unterstützung erfährt das Projekt durch einen Beirat, dem Vertreterinnen und Vertreter wichtiger Dach- und Netzwerkorganisationen des gemeinnützigen Sektors angehören. Dazu zählen das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), der Bundesverband Deutscher Stiftungen, der Deutsche Kulturrat, der Deutsche Naturschutzring (DNR), das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), das Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO).

Über das EU-Projekt hinaus gibt es eine enge Zusammenarbeit im Rahmen eines internationalen Netzwerkes von gemeinnützigen Organisationen. Am weitesten fortgeschritten und damit in vieler Hinsicht Beispiel gebend ist die 1994 gegründete Online-Datenbank von GuideStar USA (www. guidestar.org). Sie gilt mit 1,5 Millionen dokumentierten Organisationen heute als wichtigste Informationsdatenbank des gemeinnützigen Sektors in den USA und liefert permanent aktualisierte Informationen über die personelle und finanzielle Situation sowie über die Projekte wohltätiger Organisationen. Im vergangenen Jahr gab es rund acht Millionen Zugriffe auf das Webportal.

Seit Ende 2005 ist auch in Großbritannien ein Guidestar-Portal online (www.guidestar.co.uk). Weitere Datenbanken werden derzeit in Irland, Ungarn und den Niederlanden, in Südafrika, Süd-Korea, Indien und Israel entwickelt.

www.guidestareurope.org
www.guidestar-deutschland.de


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