EireneNeuwied (epo.de). - Der Internationale Christliche Friedens- und Entwicklungsdienst EIRENE hat den am Montag von Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul in Berlin gestarteten entwicklungspolitischen Freiwilligendienst begrüßt. Im Rahmen des Programms "weltwärts" sollen ab 2008 Freiwilligendienste von jungen Erwachsenen in Entwicklungsländern durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert werden. Das Programm lasse aber noch Wünsche offen, kritisierte EIRENE.

"Wir freuen uns, dass mit dem neuen Programm nun endlich das solidarische Engagement von jungen Freiwilligen in armen Ländern des Südens und Ostens von Seiten des Ministeriums eine finanzielle Förderung erhält", so Angela König, Geschäftsführerin von EIRENE. "Über viele Jahre haben wir sehr positive Erfahrungen mit der Entsendung von jungen Menschen machen können. Für den persönlichen Werdegang der Freiwilligen, aber auch für unsere Projektpartner war die Zusammenarbeit sehr bereichernd."

EIRENE entsendet seit fast 20 Jahren junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 28 Jahren nach Lateinamerika und Afrika. Jährlich sind etwa 15 Freiwillige für einen Zeitraum von 18 Monaten bei Partnerorganisationen in Ländern des Südens eingesetzt. Bislang erhielten diese Freiwilligen keinerlei öffentliche finanzielle Unterstützung.

Trotz der grundsätzlich positiven Einschätzung des neuen Programms "weltwärts" äußerte sich EIRENE enttäuscht darüber, dass sich das Ministerium offenbar nicht entschließen konnte, in die Vertragslaufzeit der Freiwilligen einen Zeitraum bzw. eine Finanzierung zum Ende des Dienstes für entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Deutschland einzubinden. "Ziel des Programms war immer auch die Sensibilisierung der Bevölkerung in Deutschland für Fragen der Entwicklungszusammenarbeit. Das zukünftige Potential an entwicklungspolitischen Erfahrungen kann so gar nicht adäquat abgerufen und in die Diskussion in Deutschland eingebracht werden", sagte König. Ebenfalls bedauerte EIRENE, dass in dem Programm der "Reverse-Gedanke", die Entsendung von jungen Leuten aus Ländern des Südens nach Deutschland, nicht vorgesehen sei.

Generell, so EIRENE, müsse sich in der Praxis bewähren, ob der angestrebte hohe Qualitätsstandard, für den sich EIRENE immer eingesetzt habe, bei der hohen Anzahl an Freiwilligen auch erreicht werde. Sonst könne der Einsatz von Freiwilligen auf Kosten der Menschen in den Entwicklungsländern gehen und sogar kontraproduktiv sein.

EIRENE ist Mitglied im "Evangelischen Forum entwicklungspolitischer Freiwilligendienste (eFeF)" und hatte sich in den vergangenen Monaten intensiv an der Ausgestaltung des neuen Programms beteiligt. In den kommenden Wochen will die Organisation entscheiden, in welcher Form und Größenordnung sie sich an dem neuen Freiwilligenprogramm beteiligen wird.

www.eirene.org


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