FIANBonn (epo.de). - Jeder Zweite in Paraguay lebt unter der Armutsgrenze. Ein Hauptgrund ist die ungleiche Landverteilung. Deshalb können brachliegende Ländereien laut Verfassung an Landlose umverteilt werden, wenn ein soziales Interesse vorliegt. Deutscher Landbesitz scheine dabei jedoch tabu zu sein. Der paraguayische Senat habe bisher alle entsprechenden Anträge von Landlosen und indigenen Gemeinschaften abgelehnt, wenn das Land deutschen Staatsbürgern gehörte, heißt es in einer Studie, die im Auftrag von Brot für die Welt, Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), FIAN und Misereor durchgeführt wurde.

Zentrales Argument war der Studie zufolge jedes Mal ein deutsch-paraguayisches Investitionsschutzabkommen. Unterstützt würden die deutschen Landbesitzer mitunter von der deutschen Botschaft in Paraguay. In einigen Fällen sei es nach der Ablehnung zu gewaltsamen Vertreibungen gekommen. Die Landlosen und indigenen Gemeinschaften seien jeoch auf das Land angewiesen, um ihr Menschenrecht auf Nahrung wahrzunehmen.

Der Interamerikanische Menschenrechtsgerichtshof habe den Missbrauch des Investitionsschutzabkommens zur Verhinderung der Agrarreform in einem Urteil vom März 2006 für menschenrechtswidrig erklärt, bislang jedoch ohne konkrete Folgen, so die Menschenrechtsorganisation FIAN. Mehrere Kinder seien an armutsbedingten Krankheiten gestorben, weil der indigenen Gemeinschaft der Sawhoyamaxa der Zugang zu Land verweigert worden war.

Auf Einladung von FIAN und Misereor sind Alberto Alderete, Anwalt und Autor der Studie, und Jos? Bobadillo von der paraguayischen Bauernbewegung vom 16. bis 20. November 2007 in Deutschland zu Gast. Auf öffentlichen Veranstaltungen stellen sie die Ergebnisse der Studie vor und berichten über ihren Einsatz für die Agrarreform.

 www.fian.de


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