GTZEschborn (epo.de). - Deutschland hat jetzt für zwei Jahre die Koordination der Kongobecken-Waldpartnerschaft übernommen, die einen besseren Schutz der Tropenwälder im Kongobecken anstrebt. Dieser Lebensraum von Millionen Menschen hat zentrale Bedeutung, sowohl für das Weltklima, als auch die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten: Hier leben die letzten größeren Gruppen von Gorillas, Bonobos und Schimpansen, drei der vier vom Aussterben bedrohten Menschenaffenarten. Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) soll bei der Umsetzung des Projekts helfen.

Die GTZ unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in den kommenden zwei Jahren bei der Umsetzung der internationalen Abkommen zum Waldschutz und bei der Erschließung neuer Finanzquellen für Naturschutz und nachhaltige Waldwirtschaft. Die Urwälder Zentralafrikas sind mit 180 Millionen Hektar fünfmal so groß wie die Bundesrepublik. Die Bundesregierung stelle für die Region insgesamt 53 Millionen Euro zur Verfügung, teilte die GTZ mit.

Der weltweite Wirtschaftsboom und der steigende Bedarf an Tropenholz hat auch die Kongoregion erreicht. "Nach Berechnungen der FAO wird jährlich Holz im Wert von rund einer Milliarde US Dollar exportiert", berichtete Herbert Christ, bei der GTZ für die Kongopartnerschaft zuständig. "Doch die aus dem Holzexport erwirtschafteten Devisen kommen in aller Regel wegen der weit verbreiteten Korruption nicht der Bekämpfung der Armut und der nachhaltigen Entwicklung der Volkswirtschaften zugute." Auch für die Finanzierung der jahrelangen Unruhen und Bürgerkriege in der Region seien in großen Mengen illegal geschlagenes Edelholz, Elfenbein und Mineralien aus geschützten Wäldern verwendet worden. Außerdem hätten sich Soldaten und Rebellen aus dem Wald mit Holzkohle und Wildfleisch versorgt.

Die GTZ setzt deswegen auf mehreren Ebenen an, um die nachhaltige Waldbewirtschaftung voranzubringen: Neben den staatlichen Behörden sollen auch die lokale Bevölkerung, die Kommunen und die Privatwirtschaft stärker am Schutz der Wälder beteiligt werden.

"Das Engagement im Kongobecken ist Teil des globalen Klimaschutzes", so Christ. Die Kongobecken-Waldpartnerschaft wurde 2002 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg gegründet. Zu den derzeit 36 Partnern gehören neben den Staaten des Kongobeckens die großen Industrienationen, die Weltbank und internationale Umweltorganisationen. Christ: "Wir wollen, dass der natürliche Reichtum des Kongobeckens die Volkswirtschaften der Region stärkt und der Bevölkerung zugute kommt. Deshalb unterstützen wir nachhaltiges, sozial und ökologisch ausgewogenes Wirtschaften."

www.gtz.de


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