Biodiversit?tBerlin (epo.de). - Erstmals hat sich eine Gruppe international führender Unternehmen aus verschiedenen Branchen zu ihrer Verantwortung für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt bekannt. Der von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel angestoßenen Initiative "Business and Biodiversity", die am Donnerstag in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hat sich inzwischen ein gutes Dutzend namhafter Firmen angeschlossen, darunter die Volkswagen AG, HeidelbergerCement und die Otto Group.

In einer gemeinsamen Erklärung verpflichten sich die Unternehmen zu weit reichenden Aktivitäten, um dem Schutz der biologischen Vielfalt in ihrer Unternehmenspolitik einen besonderen Stellenwert zu geben. Zu den Erstunterzeichnern der Initiative gehören mehr als ein Dutzend Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen. Die Bandbreite reicht von Firmen wie Bionade und Weleda aus Deutschland über Kajima Construction und Oji Paper aus Japan bis hin zur Orsa-Gruppe aus Brasilien, einem Unternehmen der Holzwirtschaft.

Die Mitgliedsfirmen verpflichten sich unter anderem dazu, die Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf die biologische Vielfalt zu analysieren und ihr Umweltmanagementsystem entsprechend auszurichten. Zur Berichterstattung und Steuerung aller Aktivitäten im Bereich Biodiversität soll eine verantwortliche Stelle bei der Unternehmensleitung eingerichtet werden. Auch Zulieferer sollen über die Biodiversitätsziele des Unternehmens informiert und schrittweise eingebunden werden.

"Wenn wir die Ziele der Konvention über die Biologischen Vielfalt umsetzen und damit die natürlichen Lebensgrundlagen für künftige Generationen bewahren wollen, ist es entscheidend, alle Teile der Gesellschaft einzubinden, gerade auch die Wirtschaft", sagte Umweltminister Sigmar Gabriel. "Denn die Erhaltung der Biodiversität ist nicht nur eine ethisch-moralische Verpflichtung, sondern auch eine ökonomisch notwendige und zentrale Aufgabe. Die Initiative 'Business & Biodiversity' ist ein entscheidender Schritt vorwärts. Hier zeigen Unternehmen Flagge und übernehmen Verantwortung im Naturschutz. Diese Firmen sind Vorreiter in ihren jeweiligen Branchen."

"Die Vielfalt an Arten ist auch für Unternehmen von unschätzbarem Wert", erklärte Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG. Deshalb engagiere sich Volkswagen auch "an seinen Standorten in aller Welt seit Jahren in konkreten Projekten für den Natur- und Artenschutz".

Bernd Scheifele, Vorstandsvorsitzender von HeidelbergCement, betonte die Relevanz für sein Unternehmen: "Der verantwortliche Umgang mit natürlichen Rohstoffen aus 750 Steinbrüchen und Abbaustätten weltweit ist die Basis unseres Wirtschaftens und macht HeidelbergCement zukunftsfähig. Dabei integrieren wir die Förderung der biologischen Vielfalt als wesentliches Ziel von Rekultivierung und Renaturierung systematisch in unsere Konzepte".

Johannes Merck, Direktor Corporate Responsibility der Otto Group: "Wir alle sind gefordert, einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten. Otto fördert dieses Ziel bereits seit langem durch eine nachhaltige Wirtschaftstätigkeit. Außerdem haben wir gerade eine ambitionierte Klimaschutzstrategie für unsere Unternehmensgruppe entwickelt. Wir sind der Auffassung, dass wir die Ökosysteme auf unserem Planeten nur dann langfristig erhalten können, wenn wir die drohende Erderwärmung in den Griff bekommen. Auch dies ist ein Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt, für die wir uns zukünftig weiterhin engagieren und neue Projekte anstoßen werden."

Deutschland ist vom 19. bis 30. Mai 2008 Gastgeber der 9. UN-Konferenz der internationalen Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt, zu der 5.000 Teilnehmer aus 190 Staaten in Bonn erwartet werden. Erklärtes Ziel der UN-Naturschutzkonferenz ist es, die Wirtschaft stärker in die Erreichung der Ziele der Konvention einzubinden. Während der Konferenz soll die Initiative "Business & Biodiversity" der Weltöffentlichkeit vorgestellt und weitere herausragende Beispiele von Unternehmen und Unternehmensgruppen sollen in Ausstellungen und Workshops präsentiert werden.

Bislang sind folgende Unternehmen der Business & Biodiversity Initiative beigetreten: Bionade, HeidelbergCement, Hipp, Kajima Construction (Japan), Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Krombacher, Miramonte Mining (Schweiz), Natura (Kosmetik, Brasilien), Otto-Group, Oji Paper (Japan), Orsa-Gruppe (Holzwirtschaft, Brasilien), Volkswagen AG und Weleda. Brasilien als Aus-richter der letzten Vertragsstaatenkonferenz 2006 und Japan als Gastgeberland 2010 sowie die EU Kommission sind in die Initiative eingebunden.

Bis zum Beginn der UN-Naturschutzkonferenz sollen noch weitere Firmen gewonnen werden, die weltweit ein Signal setzen und deren Einsatz für die Artenvielfalt glaubwürdig ist. Unter dem internationalen Motto "Biodiversity In Good Company" stellen sie sich in Bonn gemeinsam der Weltöffentlichkeit vor. Das Bundesumweltministerium hat die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) beauftragt, die Initiative "Business and Biodiversity" in die Tat umzusetzen.

www.bmu.de
www.gtz.de


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