Hamburg (epo.de). - Jedes Jahr werden zigmillionen Computer, Fernsehgeräte und Handys ausrangiert. Ein Großteil des Elektronikmülls wird zur Weiterverwertung illegal in Entwicklungsländer verfrachtet. Vor allem China und andere asiatische Länder sind beliebtes Ziel der Hehler, aber auch afrikanische Staaten wie Ghana, Nigeria und die Elfenbeinküste lassen sich zunehmend mit dem riskanten Schrott beliefern. Das berichtet National Geographic Deutschland in der jetzt erschienenen April-Ausgabe.

Die Menschen - darunter vor allem Kinder -, die die wiederverwertbaren und wertvollen Bestandteile aus dem "E-Müll" herauslösen, seien großen Gesundheitsrisiken ausgesetzt, berichtet National Geographic. Auch Luft und Boden würden mit Giftstoffen belastet. Umweltexperten der UN schätzen den E-Müll weltweit auf 45 Millionen Tonnen im Jahr.

Um an Metalle und andere Teile, die sich weiterverkaufen lassen, zu gelangen, wenden die Menschen sehr gefährliche Methoden an: Sie verbrennen Computerkabel, um das Kupfer zu recyceln, schmelzen in Kochtöpfen Blei und lösen Platinen in Säure auf, um das Gold herauszuholen. In China hat man in der Nähe von Verwertungsbetrieben von Elektronikschrott weltweite Rekordwerte für Dioxin in der Luft gemessen. Zudem wird der Boden mit dem Gift verseucht, das vermutlich Krebs erzeugt und die Hormon- und Immunfunktionen schädigt.

Ein großes Problem für die Masse des Elektronikschrotts sind die kurzen Innovationszyklen bei der Produktion von Computern und anderen Geräten. Nach Angaben der amerikanischen Umweltschutzbehörde müssen in naher Zukunft allein in den USA jedes Jahr 30 bis 40 Millionen PC entsorgt werden. Einen zusätzlichen Schub bringt auch der Wechsel vom analogen zum digitalen Fernsehen, da auch funktionstüchtige Geräte ausrangiert werden.

Teilweise komme der Elektronikschrott, der in Entwicklungsländern weiterverarbeitet wird, wieder in die westlichen Industrieländer zurück, so National Geographic: Wissenschaftler in den USA konnten schwermetallhaltige Stoffe in Artikeln wie Modeschmuck, der in Ein-Euro-Läden in den USA verkauft wurde, nachweisen und stellten dabei fest, dass diese Metalle aus E-Müll stammten.

www.nationalgeographic.de


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