Jürgen HeraeusBerlin (epo.de). - Der Manager Jürgen Heraeus ist neuer ehrenamtlicher Vorsitzender des Deutschen Komitees für UNICEF. Der am Donnerstag neu gewählte Vorstand bestimmte in seiner ersten Sitzung in Berlin Heraeus am Freitag einstimmig zum Vorsitzenden. "Gemeinsam wollen wir die begonnenen Reformen bei UNICEF Deutschland voranbringen und für die Rechte der Kinder eintreten", erklärte der neue Vorsitzende.

"Das Deutsche Komitee für UNICEF ist eine der wichtigsten Stützen der weltweiten UNICEF-Arbeit. Mit Hilfe von Spenden aus Deutschland helfen wir, menschenwürdige Lebensverhältnisse für Kinder in den ärmsten Ländern und in Krisengebieten zu schaffen. Diese Hilfe wird dringend gebraucht. Der neue Vorstand will an die jahrzehntelange erfolgreiche Arbeit des Deutschen Komitees anknüpfen. Wir begreifen Fehler als Auftrag und Chance für Reformen, um UNICEF transparenter zu machen", sagte Heraeus.

Die gewählten Mitglieder des neuen UNICEF-Vorstands sind Ekin Deligöz, Jürgen Heraeus, Dieter Kastrup, Tom Koenigs, Peter Krämer, Ann Kathrin Linsenhoff, Anne Lütkes und Maria von Welser. Carmen Creutz und Andrea Flory-Tilgner sind als Vertreterinnen des Beirates der ehrenamtlichen Arbeitsgruppen geborene Mitglieder des UNICEF-Vorstands.

Der nächste Geschäftsbericht solle ausführlicher über die Finanzen informieren, beschloss der neue Vorstand in seiner ersten Sitzung. UNICEF Deutschland war in der Vergangenheit unter anderem Intrasparenz im Finanzgebaren vorgeworfen worden.

Zudem will UNICEF sich einen Verhaltenskodex für den Geschäftsverkehr geben sowie verbindliche Richtlinien zum Finanz- und Vertragsmanagement. Der bereits eingerichtete Wirtschafts- und Investitionsausschuss setze seine Arbeit fort, so der Vorstand.

Der neue Vorstand des Kinderhilfswerkes will Satzung und Struktur überprüfen und verbessern - "insbesondere im Hinblick auf die Rollen von Geschäftsführer und Vorstand und die Dauer der Mitgliedschaft im Vorstand", hieß es.

Das Deutsche Komitee will darüber hinaus ein Leitbild für seine Arbeit und die Grundsätze von Führung und Zusammenarbeit erarbeiten. Gemeinsam mit der Transparenzinitiative wichtiger Hilfsorganisationen und dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) werde UNICEF "daran arbeiten, die Standards für Transparenz und Vergleichbarkeit von Hilfsorganisationen weiter zu entwickeln", teilte der Vorstand mit.

Der neue Vorstand baut nach eigenen Angaben besonders auf das Engagement der mehr als hundert ehrenamtlichen Arbeitsgruppen, die sich weiter für UNICEF einsetzen. Auch wichtige Firmenpartner unterstützten UNICEF nach wie vor. Zusätzlich gebe es zahlreiche weitere Unterstützungsangebote von Unternehmen und wichtigen Persönlichkeiten.

Die Mitglieder des UNICEF-Vorstands:

Ekin Deligöz, Jahrgang 1971, wurde in der Türkei geboren und lebt seit 1979 in Deutschland. Die Diplom-Verwaltungswissenschaftlerin ist seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2002 bis 2005 war sie parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Mitglied der Kinderkommission des Deutschen Bundestages. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie ist seit 2000 Mitglied im Deutschen Komitee für UNICEF.

Dr. Jürgen Heraeus, Jahrgang 1936, war bis zum Jahr 2000 Vorstandsvorsitzender der familieneigenen Unternehmensgruppe Heraeus Holding GmbH, eines heute weltweit tätigen Edelmetall- und Technologiekonzerns, den er internationalisierte und diversifizierte. Zurzeit ist Heraeus der Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens. Er ist in verschiedenen Spitzengremien der deutschen Wirtschaft und in Stiftungen aktiv.

Dr. Dieter Kastrup, Jahrgang 1937, ist Jurist und hat fast 40 Jahre außenpolitische Erfahrung. Kastrup war im auswärtigen Dienst mit Stationen an Botschaften u.a. in Rio de Janeiro, Teheran, Washington, Rom. Er war von 1998 bis 2001 ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen in New York, anschließend außen- und sicherheitspolitischer Berater von Bundeskanzler Schröder. Seit 2000 ist er Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft".

Tom Koenigs, Jahrgang 1944, war von 1993 bis 1997 Stadtkämmerer und von 1989 bis 1999 Dezernent für Umwelt, Energie und Brandschutz der Stadt Frankfurt am Main. Anschließend war er als stellvertretender Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs im Kosovo für den Aufbau der örtlichen Zivilverwaltung zuständig. 2002 ging Koenigs als Sonderbeauftragter nach Guatemala, um die UN-Friedenssicherungsmission zu leiten. 2005 wurde er Beauftragter für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe der Bundesregierung, von 2006 bis 2007 war er Sonderbeauftragter der UN in Afghanistan.

Peter Krämer, Jahrgang 1950, leitet seit 1982 die familieneigenen Hamburger Schifffahrtsunternehmen Marine Service GmbH und Chemikalien Seetransport GmbH. Er gründete die "Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts" mit dem Ziel, den internationalen Friedensgedanken zu stärken. Mit einer Großspende legte er den Grundstein zu der erfolgreichen Kampagne von UNICEF und der Nelson Mandela Stiftung "Schulen für Afrika".

Ann Kathrin Linsenhoff, Jahrgang 1960, wurde als eine der erfolgreichsten deutschen Dressurreiterinnen und als Olympiasiegerin international bekannt. Sie ist Vorsitzende des Vorstands der Stiftung Deutsche Sporthilfe. Nach Beendigung der Turnierkarriere gründete die zweifache Mutter 2002 die Ann-Kathrin-Linsenhoff-UNICEF-Stiftung unter dem Dach von UNICEF. Über zwei Millionen Euro hat die Kronbergerin so schon für Kinder in Not gesammelt. Sie ist seit 2005 Mitglied im Deutschen Komitee für UNICEF und unterstützt besonders Bildungsprojekte im Süd-Sudan und in Ägypten.

Anne Lütkes, Jahrgang 1948, war von 1989 bis 1999 Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat und von 1999 bis 2000 Bürgermeisterin der Stadt Köln. Die Juristin war von 2000 bis 2005 Ministerin für Justiz, Frauen, Jugend und Familie und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein. Heute arbeitet sie wieder als Fachanwältin für Familienrecht. Seit 2003 ist sie Mitglied im Deutschen Komitee für UNICEF. Zudem ist sie auch Vorsitzende des Kuratoriums des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Maria von Welser, Jahrgang 1946, ist Direktorin des NDR Landesfunkhauses in Hamburg. Zuvor hatte sie das ZDF-Studio in London geleitet. Als Moderatorin und Journalistin wurde die Münchnerin vor allem durch das Frauenjournal "Mona Lisa" des ZDF bekannt, dessen Redaktion sie viele Jahre leitete. Ab 1997 leitete und moderierte sie die Sendung "Mit mir nicht! Welsers Fälle". Die vielfach ausgezeichnete Journalistin veröffentlichte zahlreiche Bücher zu gesellschaftspolitischen Themen und ist seit 1995 Mitglied des Deutschen Komitees für UNICEF. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Die Vertreterinnen des Beirates der ehrenamtlichen Arbeitsgruppen als geborene Mitglieder des UNICEF-Vorstandes:

Carmen Creutz, Jahrgang 1945, ist seit 17 Jahren die Leiterin der Arbeitsgruppe Düren. Sie arbeitet seit sieben Jahren im Beirat der ehrenamtlichen Arbeitsgruppen und ist seine Sprecherin und Mitglied des Vorstands. Sie setzt sich besonders für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern ein und widmet sich dem Thema ausbeuterischer Kinderarbeit.

Andrea Flory-Tilgner, Jahrgang 1961, leitet seit fünf Jahren die UNICEF-Arbeitsgruppe Worms. Seit 2005 arbeitet sie als stellvertretende Sprecherin im Beirat der ehrenamtlichen Arbeitsgruppen mit und damit auch im Vorstand. Sie führt zahlreiche Kinderrechtsaktionen durch.

» http://www.unicef.de/


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