e.on logoBerlin (epo.de). - Zur Hauptversammlung des Energiekonzerns EON am 30. April in der Essener Gruga-Halle hat die Umweltorganisation urgewald mit dem Schattenbericht "Die Geschäfte von E.ON" eine kritische Bilanz der Konzernpolitik vorgelegt. "E.ON versucht gerade eine Charmeoffensive, mit Millionen, die für Umwelterziehungsprojekte ausgegeben werden und dem Ökoschwindelstrom 'MeinKlimaTarif' von 'E wie einfach'," erklärte urgewald-Geschäftsführerin Heffa Schücking. "Unser Schattenbericht zeigt jedoch, dass das Herzstück von E.ONs Geschäften nach wie vor dreckige Energie und dreister Machtmissbrauch sind." 

37 Prozent des E.ON-Stroms stammten aus Kohlekraftwerken und fast 50 Prozent aus Atomkraftwerken, "die Berge radioaktiven Mülls hinterlassen", sagte Schücking. "In beiden Bereichen will der Konzern europaweit expandieren."

urgewald untersuchte nach eigenen Angaben die Bereiche Strom und Gas, Kohle und Atom sowie E.ONs Lobbypolitik. "Im Strommarkt kann man von A wie Abzocke reden", sagte Alexandra Scheper, Autorin der Studie. "E.ON betreibt nachweisbar Preis- und Gebietsabsprachen, Börsenmanipulation und taktische Kraftwerksabschaltungen und hat deshalb zu Recht das Bundeskartellamt, die Monopolkommission und die EU-Kommission auf dem Hals."

Besonderes Augenmerk habe man bei urgewald auf die atomaren Auslandsgeschäfte von E.ON gelegt, so die Umweltorganisation. Der Konzern wollen sich in Bulgarien, Großbritannien und der Slowakei sowie in Finnland am Neubau von Atomkraftwerken beteiligen. E.ON sei größter Anteilseigner an dem Energieunternehmen Fennovoima, das gerade auf Standortsuche für ein neues AKW sei, dabei jedoch auf Widerstand vor Ort stosse.

Über die Beteiligungstochter Urenco ist E.ON nach Angaben von urgewald am Export von mehr als 25.000 Tonnen abgereichertem Uran beteiligt. "Dieser hochgiftige Abfall wird in Deutschland mitten durch Städte transportiert und in Russland unter freiem Himmel gelagert", erklärte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. "E.ON verweist ganz unverfroren auf seine vielfältigen Beziehungen zu Russland, was sich unter anderem daran zeigt, dass in Nordrhein-Westfalen die E.ON-Zentrale sogar die offizielle Außenstelle des Kreml ist."

urgewald rät deshalb den E.ON-Aktionären, auf der Hauptversammlung am Mittwoch den Vorstand nicht zu entlasten und sich für eine andere Energiepolitik des Konzerns einzusetzen. "Auch Nicht-Aktionäre können ihre Kritik einfach äußern, wenn sie KundInnen bei E.ON sind", sagte Regine Richter, Energieexpertin von urgewald. "Halten Sie sich an das E.ON-Motto 'E wie einfach' und machen sie daraus einfach wechseln', hin zu echten Ökostromanbietern."

www.eon.com/de
www.urgewald.de

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