Captain HookBonn (epo.de). - Das "Aktionsbündnis COP9" hat am Rande der Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention über Biologische Vielfalt acht "Captain Hook-Awards" für Biopiraterie und sechs "Kogge-Preise"  für "ausdauernden und erfolgreichen Widerstand gegen Biopiraterie"  verliehen. Preisträger sind unter anderen die multinationalen Konzerne BASF, Monsanto, Syngenta and DuPont, denen vorgeworfen wird, sogenannte klimawandel-tolerante Pflanzengene zu monopolisieren und somit Profit aus den schädlichen Auswirkungen des Klimawandels zu schlagen.

"Zum ersten Mal beherrschen Profiteure des Klimawandels die Szene", erklärte Jim Thomas von der ETC-Group aus Ottawa, der als Captain Hook mit Augenklappe und Piratenkostüm verkleidet war. "Das Klimachaos eröffnet Biopiraten ungeahnte Möglichkeiten, die Gemeingüter zu plündern. Auf der einen Seite haben wir Gen-Giganten wie Monsanto und BASF, die sogenannte klimawandel-tolerante Pflanzengene monopolisieren; auf der anderen Seite haben wir Unternehmen aus dem Geo-Engeneering-Bereich wie Planktos Inc. oder ONC, die in den Markt des CO2-Handels eindringen und mit unbedachten und wissenschaftlich zweifelhaften Methoden CO2 in Algen einbauen wollen. Und wir haben Unternehmen, die sich ölreiche Pflanzensorten sichern, um noch mehr ihrer destruktiven Agrokraftstoff-Pflanzen anzubauen."

Besondere Publikumsbegeisterung rief der Verleihung des Preises "Bester Nebelwerfer" hervor: ihn gewann die non-profit-Organisation "Initiative für öffentliche Forschung und Regulation" (Public Research and Regulation Initiative), "für unermüdliches Eintreten für die Interessen der Biotech-Konzerne unter dem Banner der öffentlich finanzierten Forschung."

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Einen der "Kogge-Awards", mit denen dem Kampf gegen Biopiraterie die gebührende Aufmerksamkeit gezollt werden soll, erhielt das "Nyeleni-Weltforum zu Ernährungssouveränität 2007", bei dem sich in Mali über 500 Menschen aus 80 Nationen getroffen haben. (Koggen nannte man im Mittelalter kleine Schiffe mit hochgezogenem Rumpf, um Piraten vom Entern abzuhalten.) Veronica Villa von der ETC-Group bedauerte, dass viele mit dem Kogge-Preis geehrten "so viel ihrer Zeit, ihrer Energie und ihrer Talente darauf verwenden müssen, um ausser Kontrolle geratene Biopiraten zu bekämpfen".
 
Zivilgesellschaftliche Organisationen in den Philippinen erhielten einen Preis, weil sie von ihrer Regierung verlangt hatten, ein Unternehmen aus Australien namens "Ocean Nourishment Corp." davon abzuhalten, eine gefährliche Klimawandel-Verhütungsmassname auszuführen, bei der Harnstoff in die Sulu-See eingebracht werden sollte.

Hope Shand von der ETC-Group erklärte, dass "ironischerweise die meisten Biopiraten, die heute in Bonn ihre Preise empfangen haben, keine Gesetze gebrochen haben. Das Problem besteht darin, dass die bestehenden Gesetze über geistige Eigentumsrechte und die internationalen Handelsabkommen Patente dulden sowie andere Aktivitäten, die indigenes Wissen oder die Souveränität über genetische Ressourcen anderer Völker verdrängen. Und die CBD hat es bislang versäumt, Mechanismen einzuführen, die solchen Regulierungen und Vereinbarungen effektiv begegnen."

www.captainhookawards.org


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