germanwatchBerlin (epo.de). - Ein neues Rechtsgutachten von Germanwatch analysiert die Berichtspflichten von deutschen, französischen und italienischen Automobilunternehmen hinsichtlich des deutschen und europäischen Gesetzes zur Veröffentlichung von klimabezogenen Geschäftsrisiken. Diese Berichtspflichten sind von besonderem Interesse für Aktieninhaber sowie Investoren. Die jüngsten Ereignisse an der Wall Street geben dem Recht. US-Autoaktien befinden sich derzeit im freien Fall, da sie die Risiken durch den enormen Ölpreisanstieg unterschätzt und nicht angemessen berücksichtigt haben. Die deutschen Autoaktien scheinen dieser Entwicklung zu folgen.

Das Rechtsgutachten, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, zeige deutlich die Pflicht der Autofirmen über "wesentliche Klimarisiken und Ungewissheiten", wie zum Beispiel zu erwartende Anstiege des Ölpreises oder mögliche Klimaschutzgesetzte zur CO2-Reduktion im Autosektor, zu berichten, so Germanwatch.

Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) hatte jüngst eine grundlegende Studie veröffentlicht, die darauf hinwies, dass für Autofirmen der durchschnittliche Flottenverbrauch, gewichtet anhand der tatsächlich verkauften Fahrzeuge, ein 'key performance indicator' sei. Weitere Studien von Deloitte and Standard & Poor's haben dieses Ergebnis bestätigt. Roda Verheyen, Rechtsanwältin und  Hauptautorin der Studie, erklärte: "Firmen sind verpflichtet, wesentliche Mindestanforderungen  in ihren Jahresberichten zu erfüllen. Dazu gehört auch, Umwelt- und Klimainformationen in den Jahresberichten zu veröffentlichen, insofern diese nötig sind, um die Entwicklung, das Betriebsverhalten und den Stand des Unternehmens zu verstehen."

Autounternehmen, die weder angemessen über diese Risiken berichten noch etwaige Vermeidungsmaßnahmen in ihre Geschäftsstrategie integrieren, gefährden somit ihre Investoren. Kristin Gerber, Finanzexpertin von der Nichtregierungsorganisation Germanwatch, warnte: "Die tatsächliche Praxis zeigt, dass eine erhebliche Anzahl von Auto- und Flugverkehrsunternehmen diese gesetzlichen Ansprüche an die Transparenzpflicht nicht erfüllen".

Deutsche, französische und italienische Rechtsanwälte diskutieren im Germanwatch Gutachten die möglichen gerichtlichen Konsequenzen von unzureichenden Risikoabschätzungen, einschließlich der Möglichkeit strafrechtlicher Maßnahmen. Investoren könnten in Zukunft gerichtliche Schritte erwägen, falls sich die Berichtsstandards der Autounternehmen nicht auf die neue Phase einer ernsthaften Klimapolitik und der möglichen Geschäftsrisiken einstellen.

Roda Verheyen et al.: A Brief Legal Opinion: Minimum Benchmarks for Reporting of Companies on (Climate) Risks under European Law. An Analysis of Italian, French and German Law

Axel Hesse: Climate Change Risk Reporting in the Annual Reports 2006 of the European Automobile Industry (engl.)

www.germanwatch.org

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