Bärbel Dieckmann. Foto: Stadt BonnBerlin (epo.de). - Die Mitgliederversammlung der Welthungerhilfe hat in Berlin ein neues ehrenamtliches Präsidium gewählt. Präsidentin ist Bärbel Dieckmann (SPD), die Oberbürgermeisterin von Bonn, ihr Stellvertreter Klaus Töpfer (CDU), der frühere Bundesumweltminister und ehemalige Leiter des UN-Umweltprogramms UNEP. Die bisherige Vorstandsvorsitzende, Ingeborg Schäuble, hatte nach zwölf Jahren nicht mehr kandidiert.  Außerdem wurden in das siebenköpfige Gremium neu gewählt: Hartwig de Haen, bis 2005 beigeordneter Generaldirektor der FAO, sowie Prälat Stephan Reimers, Bevollmächtigter des Rates der EKD.

"Ich habe großen Respekt vor der Leistung von Ingeborg Schäuble und empfinde die Übertragung der neuen Aufgabe als große Auszeichnung", sagte Dieckmann. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Menschen überall auf der Welt ein selbstbestimmtes Leben führen können." Dieckmann hatte sich in 14 Jahren als Oberbürgermeisterin von Bonn, in der verschiedene UN-Institutionen und viele Nichtregierungsorganisationen ihren Sitz haben, auch für entwicklungspolitische Ziele eingesetzt, etwa mit kommunalen Entwicklungspartnerschaften.

Die Deutsche Welthungerhilfe ist ein Verein. Die Mitglieder sind eigenen Angaben zufolge seit der Gründung in den sechziger Jahren Institutionen des öffentlichen Lebens wie die Bundestagsfraktionen, Verbände und Kirchen.

Mit der Neuwahl war eine Strukturreform verbunden. Künftig soll ein ehrenamtliches Präsidium die strategischen Leitlinien für die Projektarbeit setzen, das Budget bewilligen und den sorgsamen Umgang mit Spenden und öffentlichen Geldern kontrollieren. In seiner ersten konstituierenden Sitzung am 17. Dezember will es einen dreiköpfigen hauptamtlichen Vorstand einsetzen, der für alle Entscheidungen der täglichen Arbeit verantwortlich ist. Zuvor war ein ehrenamtlicher Vorstand für alle Entscheidungen verantwortlich.

Vorausgegangen war eine intensive Untersuchung der Strukturen und Prozesse innerhalb der Welthungerhilfe. Die Unternehmensberatung McKinsey hatte daran drei Monate lang - zusammen mit einem Projektteam aus sechs Mitarbeitern der Welthungerhilfe - pro bono gearbeitet.

"Wir haben die Welthungerhilfe dabei unterstützt, künftig noch leistungsfähiger zu sein, um mehr, besser und schneller helfen zu können", erklärte Hajo Riesenbeck, Direktor im Düsseldorfer Büro von McKinsey, das Engagement der Unternehmensberatung.

Die Tätigkeit der Welthungerhilfe hat sich mit den Jahren stark ausgeweitet. Derzeit laufen in 46 Ländern auf drei Kontinenten 291 Projekte. Im vergangenen Jahr standen dafür 135,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit der Umstrukturierung sollen der Organisation zufolge neue Controlling-Methoden sicherstellen, "dass Gelder transparent und effektiv eingesetzt werden". Außerdem sollen mehr Kompetenzen in die Außenbüros in den Projektländern verlagert werden.

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