survivalBerlin (epo.de). - Survival International hat zwei Wochen vor der Oscar-Preisverleihung an Prominente appelliert, auf das Tragen von Diamanten des Londoner Unternehmens Graff zu verzichten. Die internationale Organisation, die indigene Völker weltweit unterstützt, will damit erreichen, dass sich Graff Diamonds aus einem umstrittenen Diamantenprojekt im Land der Kalahari Buschleute in Botswana zurückzieht. Unter den Adressaten sind Victoria Beckham, Naomi Campbell und Elizabeth Hurley. Graffs Konkurrent De Beers habe sich bereits aus dem Kalahari-Reservat zurückgezogen, nachdem die Models Iman und Lily Cole sich geweigert hätten, weiterhin für das Unternehmen zu arbeiten, berichtete Surival International am Dienstag in Berlin. Laurence Graff besitze 9 Prozent der Anteile an Gem Diamonds, dem Unternehmen, das plane, auf dem Land der Buschleute Diamanten zu schürfen.

Die Buschleute leiden nach Angaben der Hilfsorganisation unter Wasserknappheit. Einer von ihnen sei verdurstet, nachdem die Regierung ein Wasserloch schloss. Dennoch habe Botswanas Regierung der Mine von Gem Diamonds nur unter Bedingung zugestimmt, "dass die Buschleute kein Wasser vom Unternehmen erhalten".

Gem Diamonds behauptet nach Darstellung von Survival Interational, die Buschleute stünden der Mine positiv gegenüber. Die Regierung Botswanas hatte die Buschleute im Jahr 2002 von ihrem Land vertrieben. Der Oberste Gerichtshof Botswanas sprach den Buschleuten jedoch 2006 das Recht zu, auf ihrem Land zu leben. Weil die Regierung seitdem versuche, ihre Rückkehr zu verhindern, indem sie ihnen Wasser- und Jagdrechte aberkannte, seien viele Buschleute aber gezwungen, in Umsiedlungscamps der Regierung zu bleiben (epo.de berichtete).

"Da Graff bereits die Welle negativer Publicity für De Beers miterlebt hat, hätten sie klug genug sein können, sich nicht an dieser Mine zu beteiligen", sagte der Direktor von Survival, Stephen Corry. "Wollen sie wirklich als das Unternehmen bekannt werden, das nach Diamanten schürfte, während die Buschleute verdursteten?“

www.survival-international.de

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