Social Justice - UNICEF

Köln (epo.de). - Die globale Finanzkrise wird die sozialen Gegensätze weltweit verschärfen. Schon jetzt seien in einigen Ländern die Überlebens- und Entwicklungschancen von Kindern massiv bedroht, erklärte das UN-Kinderhilfswerk UNICEF am Freitag in Köln. UNICEF rief anlässlich des Welttages für soziale Gerechtigkeit (20. Februar) und des am Wochenende in Berlin stattfindenden G20 Vorbereitungsgipfels dazu auf, den Kampf gegen Armut und Unterentwicklung gerade in Krisenzeiten zu verstärken. 

Besonders in den exportabhängigen Ländern Asiens drohe neben einer starken Zunahme von Arbeitslosigkeit und Armut auch mehr Unterernährung sowie ein Anstieg der Kindersterblichkeit, befürchtet das Kinderhilfswerk. "Arme Familien in den Entwicklungsländern haben keinen Schutzschirm, der sie vor wirtschaftlichen Schocks bewahrt", sagte der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Jürgen Heraeus. "Während die Regierungen der Industrieländer sich darauf konzentrieren, Banken zu retten und Konjunkturprogramme aufzulegen, dürfen wir die Hilfe für die ärmsten Menschen nicht vergessen."

UNICEF zitiert aktuelle Berechnungen der Weltbank, denen zufolge in den von der Krise besonders betroffenen Entwicklungsländern zwischen 200.000 und 400.000 Kinder zusätzlich sterben könnten, wenn die Krise ungebremst fortschreitet. Zwar sei es in den vergangenen Jahren vielen Menschen in Asien gelungen, sich aus extremer Armut zu befreien. Doch ein Großteil der Bevölkerung lebe weiter in unsicheren Lebensumständen.

Das Kinderhilfswerk verweist auf das Beispiel Indonesien, wo 52 Prozent der Bevölkerung noch immer von weniger als zwei US-Dollar am Tag leben müssen und damit kaum Spielraum haben, Preissteigerungen zu verkraften. Im vergangenen Jahr seien die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis, Weizen und Mais stark angestiegen. "Schon vor der aktuellen Krise war nahezu jedes zweite Kind in Südasien und jedes siebte Kind in Ostasien unterernährt", so UNICEF.

Untersuchungen in 59 Entwicklungsländern, die in der Vergangenheit wirtschaftliche Krisen durchgemacht haben, ergaben UNICEF zufolge, dass ein sinkendes Wirtschaftswachstum in der Regel mit einem Anstieg der Kindersterblichkeit verbunden ist. Für jedes Prozent, das das Bruttosozialprodukt sank, sei die Kindersterblichkeit durchschnittlich um 0,3 bis 0,8 Prozent gestiegen.

"Bereits heute fehlen jedem zweiten der rund 2,2 Milliarden Kinder auf der Erde grundlegende Dinge für das Überleben und die Entwicklung wie ausreichende Nahrung, sauberes Wasser, medizinische Hilfe, eine gute Schulbildung und ein Dach über dem Kopf", so UNICEF. "Weltweit sterben jedes Jahr 9,2 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag - meist an vermeidbaren und behandelbaren Krankheiten."

Grafik: Cover Social Justice in an Open World: The Role of the United Nations © UNICEF

Welttag für soziale Gerechtigkeit

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