KongresslogoBerlin. - Für eine Umverteilung der Reichtümer weltweit, “von oben nach unten und von Nord nach Süd”, hat sich das globalisierungskritische Netzwerk Attac auf seinem Kapitalismus-Kongress am Sonntag in Berlin ausgesprochen. Unverzichtbar sei auch “das drastische Schrumpfen der Finanzmärkte, damit die Diktatur der Maximalrendite beendet wird”. “Wir brauchen eine neue Weltfinanzordnung unter dem Dach der UNO, die fairen Handel, Entwicklung und die ökologische Wende unterstützt”, heißt es in der Abschlusserklärung des Kongresses, an dem nach Angaben von Attac rund 2.500 Menschen teilnahmen.

Attac wertete den Kongress "Kapitalismus am Ende?" (6.-8. März) an der Technischen Universität Berlin als “riesigen Erfolg”. Man habe lediglich mit rund tausend Teilnehmern gerechnet.

"Dieser enorme Andrang zeigt, wie sehr den Menschen die Frage nach Alternativen zu unserem gegenwärtigen Wirtschaftssystem auf den Nägeln brennt", sagte Peter Wahl, Attac-Mitgründer und Mitorganisator des Kongresses. Klar sei, dass die gegenwärtige Krise kein Betriebsunfall sei, sondern im System selbst wurzele. “Das herrschende Leitbild, dass Markt und Private angeblich alles besser können, liegt am Boden. Notwendig sind grundsätzliche Veränderungen unseres Wirtschaftssystems. Wir brauchen eine demokratische Ökonomie, die Mensch und Umwelt ins Zentrum stellt, nicht den Profit einiger weniger”, so Wahl.

NEUE WELTFINANZORDNUNG

Unabhängig von der Frage, ob und in welchem Umfang Marktwirtschaft sinnvoll sei, gebe es einen breiten Konsens, dass Märkte und Kapital endlich demokratisch begrenzt, reguliert und kontrolliert werden müssen. Die Diktatur der maximalen Rendite müsse beendet werden. Voraussetzung dafür sei das drastische Schrumpfen der Finanzmärkte. Notwendig sei eine neue Weltfinanzordnung unter dem Dach der UNO, die fairen Handel und Entwicklung unterstützt und eine ökologische Wende einleitet. “Der Attac-Kongress hat gezeigt: Die beste Lösung kommt nicht von so genannten Wirtschaftsweisen, sondern aus dem demokratischen Ringen um Argumente und Alternativen”, sagte Peter Wahl.

Foto: Attac Kongress an der TU Berlin (c) epo.de

Attac kündigte eine breite Mobilisierung für eine soziale und ökologische Bewältigung der globalen Wirtschaftskrise und einen “echten Systemwechsel” an. "Wir werden die Energie der Debatten in den nächsten Wochen und Monaten aus dem Kongress heraus auf die Straßen und in die öffentliche Diskussion tragen", erklärte Jutta Sundermann vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis.

Unter dem Motto “Wir zahlen nicht für eure Krise! Für eine solidarische Gesellschaft” ruft Attac zu Demonstrationen am 28. März in Berlin und Frankfurt am Main auf. Attac wird die Demonstrationen der Gewerkschaften am 1.und 16. Mai unterstützen sowie die bundesweiten Bildungsproteste im Juni. Vom 24. bis 26. April sucht der von Attac mit organisierte Kongress McPlanet in Berlin unter dem Motto “Game over. Neustart” nach Antworten auf die ökologischen und sozialen Herausforderungen der Krise.

“Wir fordern mit neuem Rückenwind, dass diejenigen, die Jahrzehnte lang von den liberalisierten Finanzmärkten profitiert haben, für die Kosten der Krise aufkommen”, sagte Jutta Sundermann. “Und wir fordern, endlich eine echte Wende einzuleiten – hin zu einem Wirtschaftssystem, das den Menschen dient und nicht der Rendite. Ein Weiter so darf es nicht geben.”


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