al Bashir. Foto: Wikipedia CommonsKhartum/Berlin (epo.de). - Die Regierung des Sudan will nach der Ausstellung eines internationalen Haftbefehls gegen Staatschef Omar Hassan al Bashir alle ausländischen Hilfsorganisationen innerhalb eines Jahres ausweisen. Vor tausenden Soldaten kündigte al Bashir am Montag in der Hauptstadt Khartoum unter Anspielung auf die Krisenprovinz Darfur an, "dass wir in einem Jahr keine ausländische Hilfsorganisation mehr in dem Gebiet mit unseren Bürgern arbeiten lassen wollen". Stattdessen sollten einheimische Organisationen die Versorgung Hilfsbedürftiger übernehmen.

Agenturberichten zufolge erklärte al Bashir, wenn ausländische Hilfsorganisationen Unterstützung leisten wollten, müssten sie die Hilfsgüter “am Flughafen abliefern”. "Wir müssen unser Land von allen Spionen säubern", sagte Sudans Staatschef nach einer Meldung der britischen Nachrichtenagentur Reuters, derzufolge noch rund 70 internationale Hilfswerke in Darfur tätig sind.

Die sudanesische Regierung hatte bereits mehr als ein Dutzend Hilfsorganisationen des Landes verwiesen, nachdem der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag am 4. März einen Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen al Bashir erlassen hatte.  CARE hatte daraufhin vor einer humanitären Katastrophe in der Bürgerkriegsregion gewarnt.

Eine Gruppe prominenter afrikanischer Staatsmänner und anderer Personen des öffentlichen Lebens, unter ihnen der frührere UN-Generalsekretär Kofi Annan und Südafrikas Erzbischof Desmond Tutu, befürchtet aufgrund der Ausweisung von Hilfsorganisationen, dass sich das Leid für mehr als eine Million Flüchtlinge noch verstärkt. Tutu, der Vorsitzende der Gruppe “The Elders”, erklärte in einem am Montag veröffentlichten Statement: “The people of Sudan must not be punished any further. Why is the government taking this action against its own citizens? I urge the Sudanese authorities not to exacerbate the awful suffering of the people and allow aid agencies to do their work in safety.”

Kofi Annan sagte: “Expelling aid workers and confiscating their equipment will only hurt the weakest and most vulnerable. Hundreds of thousands of people have already died in Sudan as a result of conflict. Without assistance more than a million will be at greatly increased risk. The government and the international community have a responsibility to ensure that the most vulnerable are cared for and are not made the victims of events that are beyond their control.”

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