Kinderspeisung in Afrika. Foto: BfdW/DornbergerHannover (epo.de). - Die Menschenrechtsorganisation FIAN diskutiert an diesem Wochenende bei der Jahresversammlung von FIAN-Deutschland insbesondere das Recht auf Nahrung von Kindern. Nicht nur in Ländern des Südens wird das Recht der Kinder auf eine angemessene Ernährung millionenfach verletzt. Kinderrechtsorganisationen schätzen, dass die Zahl der in relativer Armut lebenden Kinder in Deutschland auf zwei Millionen angestiegen ist.

"Armut bedeutet auch in Deutschland für Kinder eine Gefährdung ihres Rechts auf Nahrung", erklärte Ute Hausmann, Geschäftsführerin von FIAN-Deutschland, am Freitag in Hannover. "Studien zeigen eindeutig, dass Kinder mit den Hartz IV-Regelsätzen nicht angemessen ernährt werden können - selbst dann nicht, wenn ausschließlich im Discounter eingekauft wird."

Auch wenn es im Zuge des Konjunkturpakets II teilweise zu einer leichten Erhöhung der Kinderregelsätze kommen werde - die Maßnahmen der Politik greifen aus der Sicht von FIAN viel zu kurz. "Die Hartz IV-Sätze für Kinder müssen nicht nur kinderspezifisch berechnet werden - zur Gewährleistung des Rechts auf Nahrung muss insgesamt eine deutliche Erhöhung für alle Leistungsempfänger vorgenommen werden", forderte FIAN-Sozialexperte Ingo Stamm.

Damit schließt sich FIAN den Forderungen der Wohlfahrtsverbände und Kinderrechtsorganisationen an. In einem Bericht an den UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturell Rechte will FIAN gemeinsam mit anderen Verbänden auf die Menschenrechtsverletzungen von Kindern in Deutschland aufmerksam machen.

HOFFNUNG AUF SOZIALGELDTRANSFERS

Auch international besteht dringender Handlungsbedarf. FIAN unterstützt die Forderung der Kindernothilfe, baldmöglichst ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention zu schaffen. Bei schweren Verletzungen von Kinderrechten gäbe es damit die Möglichkeit, vor dem Kinderrechtsausschuss in Genf Beschwerde einzulegen. Bei der konkreten Umsetzung von Kinderrechten setzt FIAN große Hoffnungen in Sozialgeldtransfers. Eine jüngere Studie von Brot für die Welt und dem EED in Brasilien, Sambia und Malawi zeige das große Potenzial dieser Transfers. Besonders Kinder profitierten davon.

"Bedingung für den Erfolg ist jedoch ein menschenrechtsbasierter Ansatz", so Rolf Künnemann von FIAN International, Mitautor der Studie. "Soziale Menschenrechte ohne Auflagen - dies muss sich in Zukunft auch in Programmen und Projekten der Weltbank widerspiegeln!" Diese hatte bei ihrer Frühjahrstagung vergangene Woche umfangreiche Kredite für Sozialsysteme angekündigt.

Entscheidend für die Umsetzung von Kinderrechten seien zudem menschenwürdige Löhne und Arbeitsbedingungen besonders für Frauen, etwa in der Blumenindustrie. Dies hätte einen direkten Einfluss auf die Lebensbedingungen von Kindern. Anlässlich des Muttertags rief FIAN deshalb zu einem bewussten Konsumverhalten in Deutschland auf. Der Kauf von "fairen" Blumen sei nicht nur ein Beitrag für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Umweltschutz, sondern auch für die Rechte von Kindern in Ländern des Südens.

Kinderspeisung in Afrika. Foto: BfdW/Dornberger

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