Mutter mit Kind im Sudan. Foto: UNICEFBerlin (epo.de). - Am Weltbevölkerungstag (11. Juli) haben die Vereinten Nationen darauf hingewiesen, dass das Bevölkerungswachstum sich verlangsamt hat. Derzeit leben rund 6,8 Milliarden Menschen auf der Erde, im Jahr 2050 werden es mehr als neun Mrd. sein. Die Bevölkerung Afrikas wird sich nach den UN-Prognosen bis dahin auf zwei Mrd. fast verdoppeln, die deutsche Einwohnerzahl wird hingegen auf 70,5 Millionen schrumpfen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Staatengemeinschaft dazu auf, mehr in die Bildung von Mädchen zu investieren. "Wenn Mädchen besser ausgebildet sind, erhalten sie höhere Löhne und bessere Stellen. Sie bekommen weniger, dafür aber gesündere Kinder und haben eine sicherere Geburt."

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) erklärte anlässlich des 20. Weltbevölkerungstages, eine zentrale Ursache für das anhaltende Bevölkerungswachstum in armen Ländern sei der fehlende Zugang zu Familienplanung, insbesondere zu modernen Verhütungsmitteln. "Wenn wir Armut und Hunger verringern wollen, müssen Familienplanung, Aufklärung und Gesundheitsfürsorge für Frauen stärker gefördert werden", sagte DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr.

Die Vereinten Nationen hatten auf der Weltbevölkerungskonferenz (ICPD) 1994 in Kairo in einem Aktionsprogramm die wichtige Rolle von Frauen betont. 179 Staaten hatten damals der Forderung zugestimmt, bis 2015 sollten alle Menschen Zugang zu Bildung, Sexualaufklärung und Familienplanung erhalten.

"Die Realität sieht jedoch anders aus", so die DSW. "In den vergangenen Jahren hat Familienplanung auf der internationalen Agenda stetig an Bedeutung verloren. Die internationale Gemeinschaft stellt heute für die Förderung von entsprechenden Programmen in Entwicklungsländern nicht einmal halb soviel Geld zur Verfügung wie noch 1995: Die Ausgaben sind von damals 723 Millionen US-Dollar (ca. 517 Millionen Euro) auf gerade einmal 338 Millionen US-Dollar (ca. 242 Millionen Euro) im Jahr 2007 geschrumpft."

NGO-FORUM ZIEHT IN BERLIN BILANZ

15 Jahre nach der Kairoer Konferenz werden in Berlin Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus Industrie- und Entwicklungsländern in Berlin eine Bilanz ziehen. Das Global NGO Forum vom 2. bis 4. September wird ausgerichtet vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Foto: Mutter mit Kind im Sudan © UNICEF

www.unfpa.org
www.weltbevoelkerung.de

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