media_killingsManila/Berlin (epo.de). - Auf den Philippinen sind innerhalb von zwei Monaten vier Journalisten ermordet worden. Das letzte Opfer ist der Radiojournalist Godofredo Linao, der am Montag in der Stadt Barobo in der Provinz Surigao del Sur auf der südlichen Insel Mindanao von Unbekannten aus kurzer Distanz erschossen wurde. Der 49jährige arbeitete als Kommentator für "Radyo Natin". Philippinische Medienorganisationen verurteilten die Tat ebenso wie Reporter ohne Grenzen (ROG). Die Journalistenorganisation forderte am Dienstag in Berlin sofortige und gründliche Ermittlungen.

"Linao ist der vierte Journalist, der in den vergangenen zwei Monaten auf den Philippinen ermordet wurde. Drei von ihnen wurden ebenfalls erschossen", erklärte ROG. "Die meisten Morde auf den Philippinen wurden auf der Insel Mindanao verübt, die damit eine der gefährlichsten Regionen für Journalisten weltweit ist. Viele der getöteten Journalisten haben über Missstände wie Korruption und Amtsmissbrauch berichtet."

"Die Regierung sollte der 'Task Force 211' - eine Einrichtung zur Bekämpfung politischer Gewalt - mehr Mittel für den Schutz vor Verbrechen gegen die Presse bereitstellen und alles daran setzen, die Auftraggeber der Morde zu fassen", forderte ROG.

Linao wurde vier Mal in den Rücken geschossen. Nach Angaben des Leiters von "Radyo Natin", Mar Alvizo, moderierte Linao mehrere Sendungen der Radiostation "Magic Love FM", in denen umstrittene Themen diskutiert wurden. Außerdem war er Pressesprecher des stellvertretenden Gouverneurs der Provinz, Librado Navarro, und wollte bei den nächsten Lokalwahlen als Kandidat für den Gouverneursposten antreten. Die Polizei vermutet ein politisches Motiv.

Die Nationale Journalistenunion der Philippinen verurteilte den Mord scharf. Allein in diesem Jahr wurden auf dem südostasiatischen Inselarchipel sechst Journalisten getötet. Der Radioreporter Ernesto Rollin wurde am 23. Februar im Süden der Insel Mindanao von zwei Maskierten durch mehrere Schüsse niedergestreckt. Der Kriminalreporter Jojo Trajano starb am 3. Juni in Manila bei einem Gefecht zwischen Polizisten und einer kriminellen Gruppe. Der Anwalt und Journalist Crispin Perez starb, nachdem er am 9. Juni nach seiner Morgensendung bei einer lokalen Radiostation in San Jose von einem Unbekannten durch zwei Messerstiche und zwei Schüsse ermordet wurde. Der Radiojournalist Jonathan Petalvero wurde am 27. Juni durch einen Kopfschuss getötet.

Auf der aktuellen Rangliste zur Lage der Pressefreiheit weltweit belegen die Philippinen Platz 139 von insgesamt 173 Staaten.

www.reporter-ohne-grenzen.de
radyonatin.com
www.rsf.org

Back to Top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok