iwfWashington (epo.de). - Der Internationale Währungsfonds (IWF) will den von der globalen Wirtschaftskrise am meisten betroffenen armen Ländern in den nächsten fünfeinhalb Jahren bis zu 17 Milliarden US-Dollar Kredite einräumen. In den letzten Jahren war an diese Länder im Durchschnitt eine Milliarde Dollar im Jahr geflossen. Allein im ersten Halbjahr 2009 benötigten die armen Länder jedoch Kredite in Höhe von drei Milliarden US$. Bis zum Jahr 2011 will der IWF darüber hinaus rund 60 Ländern mit niedrigem Einkommen die Zinszahlungen erlassen. Neue Finanzierungsinstrumente sollen den Entwicklungsländern überdies dabei helfen, die Krise zu bewältigen. IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn sprach am Mittwoch in Washington von einer "historischen Anstrengung des Fonds, den Armen der Welt zu helfen".

Der IWF kündigte "einen beispiellosen Anstieg der finanziellen Unterstützung für Ländern mit niedrigem Einkommen" an. Vor allem in Afrika südlich der Sahara habe der Bedarf an günstigen Krediten drastisch zugenommen, weil die Einnahmen der Regierungen durch die geringere internationale Nachfrage beim Handel, sinkende Investitionen aus dem Ausland, geringere Überweisungen von Migranten und schwankende Erlöse aus Rohstoffexporten drastsich geschrumpft sind.

"This is an unprecedented scaling up of IMF support for the poorest countries, in Sub-Saharan Africa and all over the world", sagte IWF-Chef Strauss-Kahn. "The G20 asked the Fund to help respond to the global economic crisis, which has hit the low-income nations so hard, and we are responding with a historic set of actions in terms of support for the world’s poor. The new resources and new means of delivering them should help prevent millions of people from falling into poverty."

Einen Teil der Mittel für die Erweiterung der Kreditfazilitäten will der Fonds durch den Verkauf von 403 Tonnen Goldreserven aufbringen. Außerdem sollen neun Milliarden Sonderziehungsrechte (SDR) durch bilaterale Beiträge von Mitgliedsstaaten und 1,5 Milliarden SDR aus IWF-eigenen Mitteln (einschließlich der Goldverkäufe) mobilisiert werden.

In den nächsten beiden Jahren sieht der IWF Kredite von bis zu acht Milliarden Dollar an die 80 ärmsten Entwicklungsländer (Least Developed Countries, LDC) vor. Die G20 Staaten hatten sechs Mrd. ins Auge gefasst. Bereits ausgezahlte Darlehen an Länder mit niedrigem Einkommen (Low Income Countries, LIC) sollen bis Ende 2011 zinsfrei gestellt werden.

Eine Reihe neuer oder geänderter Finanzierungsinstrumente soll den Bedürfnissen der Entwicklungsländer Rechnung tragen:
  • die Extended Credit Facility soll flexibel auf mittelfristige Finanzierungsbedürfnisse reagieren
  • eine Standby Credit Facility soll auf kurzfristige Finanzierungsengpässe reagieren
  • die Rapid Credit Facility ist für Notfälle gedacht und soll nur begrenzt an Bedingungen geknüpft sein.
Der IWF verweist zudem darauf, die Anforderungen hinsichtlich der Konditionalität seien in diesem Jahr bereits für alle vom Fonds unterstützten Programme angepasst worden. Die Bedingungen zur Strukturanpassung würden flexibler gehandhabt und auf die Gegebenheiten des jeweiligen Landes zugeschnitten. Insbesondere würden in LIC-Staaten größere Budgetdefizite während der Krise in Kauf genommen.

IWF-Factsheet: IMF Support For Low-Income Countries

www.imf.org



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