Taliban in Herat. Foto: Wikimedia CommonsKabul/New York (epo.de). - Die radikalislamischen Taliban haben in Afghanistan nach den Worten des Oberkommandierenden der US-Streitkräfte die Oberhand gewonnen und zwingen die USA zu einer Änderung ihrer Strategie. Die Zahl der US-Soldaten in dichtbevölkerten Gebieten wie Kandahar müsse verstärkt werden, weil die Taliban ihr Operationsgebiet über ihre traditionellen Hochburgen im Süden hinaus ausgeweitet hätten, sagte General Stanley McChrystal nach einem Bericht des Wall Street Journal vom Montag.

In einem Interview mit dem Blatt sagte McChrystal, die militanten Gruppen verübten zunehmend ausgefeilte Angriffe auch im Norden und Westen des Landes, bei denen Bomben am Straßenrand mit Anschlägen von kleinen, schwerbewaffneten Teams kombiniert würden. Die Zahl der Opfer und der Schäden auf Seiten des US-Militärs nehme dadurch beträchtlich zu.

General McChrystal gab nach Darstellung des Wall Street Journal einen Ausblick auf die strategische Bestandsaufnahme, die er Ende des Monats der US-Regierung unterbreiten will. Demnach sollen US-Einheiten aus den Hochburgen der Taliban und ein Teil der 4.000 Mann Verstärkung, die nach Afghanistan verlegt wird, in Zentren wie Kandahar stationiert werden. Die Obama-Administration hatte eine Aufstockung der US-Einsatzkräfte in Afghanistan auf 68.000 bis zum Ende dieses Jahres beschlossen. Der Krieg kostet die Steuerzahler in den USA vier Milliarden US-Dollar pro Monat.

Fotos: (1) Amerikanische und britische Truppen in Sangin, Provinz Helmand, Afghanistan © Spc. Daniel Love, U.S. Army, Wikimedia Commons | (2) Taliban in Herat © Wikimedia Commons


Hintergrund: Afghanistan braucht friedliche und zivile Entwicklung

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