milch_glassBerlin (epo.de). - Anlässlich des Treffens des Europäischen Agrarrates am Montag in Luxemburg hat Oxfam neue Zahlen zur Subventionierung der EU-Milchexporte vorgelegt. Demnach förderte die EU den Export von sieben Millionen Tonnen Milch seit Jahresbeginn mit knapp 300 Millionen Euro. "Milchbauern in Entwicklungsländern können mit den Billigimporten nicht konkurrieren und sind ihnen häufig schutzlos ausgeliefert", kritisierte Oxfam-Agrarexpertin Marita Wiggerthale die EU-Politik.

Die Europäische Union habe die Subventionen von Milchexporten im Vergleich zum Vorjahr (29 Millionen) um das Zehnfache gesteigert, erklärte Oxfam. Die subventionierte Milchausfuhr habe einen Anteil von fünf Prozent an der europäischen Milchanlieferung und von 17 Prozent am Weltmilchmarkt.

"Die jüngsten Zahlen zeigen deutlich: Die EU betreibt Agrar-Dumping in großem Stil", sagte Marita Wiggerthale. Ohne die Exportsubventionen wäre die Europäische Union auf dem Welt-Milchmarkt derzeit kaum wettbewerbsfähig und würde Weltmarktanteile verlieren.

Der Europäische Agrarrat diskutiert am Montag in Luxemburg neue Ideen für die Bewältigung der Milchkrise. Einer der Vorschläge sieht Oxfam zufolge vor, europäische Milchbauern mit einer finanziellen Hilfe in Höhe von 300 Millionen Euro zu unterstützen. "Mit mehr Geld ist das Problem auf dem Milchmarkt nicht zu lösen", kritisierte Wiggerthale die Pläne. Wer die Milchpreise stabilisieren und die Exportsubventionen abschaffen wolle, komme an einer Reduzierung der Milchmenge nicht vorbei. "Die Finanzhilfen werden sich nicht entlastend auf dem Milchmarkt auswirken."

www.oxfam.de

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