yanomamiCaracas/Berlin (epo.de). - Die Schweinegrippe-Epidemie hat jetzt auch das Volk der Yanomami im Amazonas-Gebiet erfasst. Sieben Mitglieder der in Venezuela lebenden Yanomami seien in den letzten zwei Wochen an der Krankheit gestorben, teilte die Hilfsorganisation Survival International am Mittwoch in Berlin mit. Die Regierung Venezuelas habe das Gebiet absperren lassen und medizinische Hilfe in die Region entsandt. Es wird angenommen, dass sich weitere tausend Yanomami mit dem Schweinegrippevirus infiziert haben.

Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte, dass es sich um Schweinegrippe handelt. Survival International befürchtet, dass sich die Epidemie im gesamten Gebiet der Yanomami ausbreitet. Die rund 32.000 Yanomami leben im nördlichen Brasilien und im südlichen Venezuela. In den 1980er und 1990er Jahren war ein Fünftel der Yanomami-Bevölkerung an eingeschleppten Krankheiten wie Grippe oder Malaria gestorben, nachdem Goldsucher in ihr Gebiet eingedrungen waren. Aufgrund ihrer isolierten Lebensweise verfügt ihr Immunsystem kaum über Resistenzen gegenüber Krankheiten wie der Grippe.

Die Gesundheitsfürsorge sei auf beiden Seiten der Grenze zwischen Venezuela und Brasilien unzulänglich, berichtete Survival International. Viele Yanomami-Gemeinden hätten keinen Zugang zu einer grundlegenden Gesundheitsfürsorge. Das bergige, dicht bewaldete Gebiet stelle auch eine enorme Herausforderung für die Bereitstellung von Notfallmedizin dar.

"Die Situation ist kritisch", sagte der Direktor von Survival, Stephen Corry. "Beide Regierungen müssen unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um die Epidemie zu stoppen und die Gesundheitsfürsorge der Yanomami muss grundlegend verbessert werden. Sollten sie dem nicht nachkommen, werden sehr wahrscheinlich wieder hunderte Yanomami an einer behandelbaren Krankheit sterben. Dies hätte verheerende Auswirkungen auf das unkontaktierte Volk, dessen Bevölkerung sich gerade erst von der Epidemie vor 20 Jahren erholt hat." 

www.survival-international.de

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