wfpSan Salvador (epo.de). - In El Salvador benötigen nach den schweren Regenfällen der vergangenen Tage nach Schätzungen des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) rund 10.000 Menschen dringend Nahrungsmittelhilfe. Mehr als 120 Menschen kamen bislang in dem mittelamerikanischen Land durch die Unwetter und die durch sie ausgelösten Erdrutsche ums Leben.

"Der Regen der letzten 24 Stunden war noch intensiver als beim Hurrikan Mitch vor elf Jahren", berichtete die Repräsentantin des WFP in El Salvador, Dorte Ellehammer. "Schwere Überschwemmungen haben ganze Ernten und Häuser weggewaschen. Diese Katastrophe bedroht die Ernährung von Tausenden."

In El Salvador befindet sich das Regional Centre for Emergency Preparedness and Response des WFP. Dort lagern 90 Tonnen speziell angereicherter Energiekekse, welche binnen 48 Stunden verteilt werden können und rund 70.000 Menschen bis zu vier Tage lang ernähren können. Weitere 1.000 Tonnen WFP-Nahrungsmittel befinden sich ebenfalls im Land.

Die Regierung El Salvadors hat in den fünf am stärksten betroffenen Gebieten den Notstand ausgerufen: San Salvador, San Vicente, La Libertad, La Paz und Cuscatlan. Der Katastrophenschutz hat WFP um Hilfe gebeten, zunächst knapp 500 Menschen in drei Notunterkünften in San Vicente mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

Das World Food Programme arbeite eng mit der Regierung und anderen UN-Organisationen zusammen, um in den kommenden Tagen die Notsituation genau zu erfassen, erklärte die weltweit größte Hilfsorganisation. Die Aufgabe gestalte sich jedoch schwierig, da viele Gemeinden nur per Helikopter zu erreichen seien. Brücken und Strassen seien infolge der Überschwemmungen und Erdrutsche zusammengebrochen oder stark beschädigt.

Erst vor einer Woche war Hurrikan "Ida" an der Atlantikküste Zentralamerikas entlang gezogen. In Nicaragua wird das WFP mehr als 13.000 Opfer des Hurrikans Ida versorgen. Die Regierung des Landes hatte das WFP um Hilfe gebeten, nachdem heftige Regenfälle an der Atlantikküste starke Schäden angerichtet hatten. An der Pazifikküste wiederum bedroht eine von El Niño ausgelöste Dürre die Ernten vieler Bauern.

Caritas international weitete die Hilfen für die durch den Hurrikan Ida zerstörten Regionen in Mittelamerika am Dienstag aus. Das Hilfswerk stellte für 100.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung und plant weitere Hilfen für den Wiederaufbau. 14.000 Menschen in El Salvador und 8.000 in Nicaragua werden zurzeit in Notunterkünften versorgt. "Die Menschen benötigen dringend Nahrungsmittel, Kleidung, Matratzen und Hygieneartikel", sagte Oliver Müller, Leiter von Caritas international, "außerdem müssen wir schon jetzt längerfristige Hilfe planen, weil das Unwetter die Landwirtschaft schwer getroffen hat. Den Menschen fehlen nach dem Sturm nicht nur die finanziellen Einkünfte aus dem Kaffeeverkauf und dem Export von Früchten, sondern gleichzeitig auch die Nahrungsgrundlage, weil die Bohnenfelder zerstört sind und die Wurzelfrüchte im Schlamm verfaulen."

www.wfp.org
www.caritas-international.de

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