scharrenbroich_heribert_care_100Bonn (epo.de). - Die Hilfsorganisation CARE Deutschland-Luxemburg hat an die Regierungschefs appelliert, sich bei den am Montag beginnenden Verhandlungen beim Klimagipfel in Kopenhagen "vom Schicksal der ärmsten und bedürftigsten Menschen und nicht der Profitgier ihrer Wirtschaftslobby" leiten zu lassen. "Verlust an Agrarland und Klimakatastrophen vergrößern die Zahl der Erwerbslosen und Hungernden", sagte der CARE-Vorsitzende Heribert Scharrenbroich (Foto) am Freitag in Bonn. "Regierungen, die sich konkreten Verabredungen verweigern, weil sie vor ihrer Industrielobby nachgeben, verstoßen gegen das Menschenrecht auf Nahrung."

CARE hält vor allem drei Maßnahmen für notwendig: die massive Reduzierung der CO2-Emissionen, die Bereitstellung ausreichender Finanzmittel, um den Klimawandel aufzuhalten, sowie Investitionen in Anpassungsmaßnahmen für Arme. "Kopenhagen wird nur dann erfolgreich, wenn der Deal fair für die Menschen ist, die am wenigsten zur Klimakatastrophe beitragen." Vor allem Frauen müssten in die Lösungen zum Klimawandel integriert werden, denn sie seien diejenigen, die für die Feldarbeit, Ernährung und Wasserholen zuständig sind. "Frauen sind besonders wichtige Akteure der Anpassung", so Scharrenbroich.

Der CARE-Vorsitzende wies darauf hin, dass die Kosten für Anpassung auch davon abhängen, wie stark die Industrie- und Schwellenländer ihre Emissionen jetzt reduzieren. Nur geringfügige Treibhausgasreduzierungen würden demnach den Bedarf an Investitionen für Anpassung stark erhöhen. Ein aktueller Bericht der Weltbank beziffere die Kosten für Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern auf 75 bis 100 Milliarden US-Dollar jährlich zwischen 2010 und 2050. "Dieser Betrag beinhaltet allerdings nicht die realen Kosten des Klimawandels", betonte Scharrenbroich. "Immaterielle Werte wie Todesfälle, Hungersnöte sowie Schädigung und Verlust von Ökosystemen sind darin nicht enthalten."

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