niebel_dirk_100Hamburg (epo.de). - Der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat Verständnis für die "scheinbar harte Verhandlungslinie" der Entwicklungsländer beim Klimagipfel in Kopenhagen. Versetze man sich in die Lage der Länder, die den Traum von Wohlstand noch nicht verwirklichen konnten, dann werde ihre Position "nachvollziehbar und akzeptabel", schrieb Niebel in einem Beitrag für die Freitagausgabe des "Hamburger Abendblatts".

Bislang hätten die Entwicklungsländer nur sehr wenig zum Klimawandel beigetragen, schrieb Niebel in seinem Artikel für die Zeitung. "Ganz Afrika hat gerade einmal 2,5 Prozent der weltweiten Emissionen bewirkt. Doch 98 Prozent der Menschen, die von klimabedingten Katastrophen betroffen sind, leben in Entwicklungsländern. Letztlich durch Industrieländer verursachte Dürren, Überschwemmungen und Stürme bedeuten für sie einen unmittelbaren Überlebenskampf."

Um den Klimawandel in den Griff bekommen zu können, benötigten die Industriestaaten aber die Mitwirkung der Entwicklungsländer, so Niebel. 90 Prozent der künftigen Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050 kämen aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Deshalb müsse "zusätzliches entwicklungspolitisches Geld in die Hand genommen werden, um die Klimaverhandlungen in Kopenhagen zu einem guten Ergebnis zu bringen", forderte Niebel.

Der Entwicklungsminister argumentiert, die Entwicklungsländer seien nur dann dazu bereit, ihre CO2-Emissionen zu mindern, wenn sie verlässliche und planbare finanzielle Unterstützung durch die Industrieländer bekämen. "Ein fairer Interessenausgleich zwischen Nord und Süd wird der Schlüssel zum Erfolg sein. Ein ideales Instrument für diesen Ausgleich ist der Handel mit Emissionszertifikaten. Denn er ist verursachergerecht und er folgt den Regeln der Marktwirtschaft", erklärte Niebel.

Die Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Bewältigung des Klimawandels sei keineswegs Weltsozialhilfe, sondern "in unserem ureigenen, auch wirtschaftlichen Interesse", betonte Niebel. Deutschland sei Weltmarktführer im Bereich der erneuerbaren Energien, ohne die die Klimaziele nicht erreicht werden könnten. "Indem wir einen kohlenstoffarmen Entwicklungsweg in den Ländern des Südens unterstützen, erzielen wir mehrfache Synergieeffekte. Entwicklungszusammenarbeit ist gut für das Klima, gut für die Entwicklungsländer und gut für die deutsche Wirtschaft."

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