Metallarbeiter in Äthiopien. Foto: GTZGenf (epo.de). - Im Jahr 2009 waren nach Schätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) weltweit 212 Millionen Menschen arbeitslos - mehr als je zuvor. Aufgrund der globalen Wirtschaftskrise stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2007 um fast 34 Millionen. Die durchschnittliche Arbeitslosenrate lag 2009 bei 6,6 Prozent. Die ILO erwartet für 2010, dass die Arbeitslosenrate trotz wiedereinsetzenden Wirtschaftswachstums mit 6,5 Prozent auf einem nach wie vor hohen Stand verharrt.

Obwohl für 2010 ein Wachstum der Weltwirtschaft um 3,1 Prozent prognostiziert wird, zeichnet sich nach Angaben der ILO auf den Arbeitsmärkten noch keine Erholung ab. Dies betreffe vor allem die Industrieländer einschließlich der EU, wo 2010 weitere drei Millionen Menschen ihre Arbeit verlieren dürften.

"Wir müssen verhindern, dass eine wirtschaftliche Erholung ohne Erholung auf den Arbeitsmärkten stattfindet", sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos. "Die gleiche politische Entschlossenheit, mit der Banken gerettet wurden, ist jetzt nötig, um Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Nötig dafür ist eine Abstimmung öffentlicher Politik und privater Investitionen."

Die globalen Beschäftigungstrends der ILO zeigen auch, dass die Zahl der ungesichert Beschäftigten weltweit im vergangenen Jahr um bis zu 110 Millionen zunahm. Rund die Hälfte aller Beschäftigten auf der Welt arbeite damit unter prekären Bedingungen, als Selbständige im informellen Sektor oder als Mithelfer in einem Familiengeschäft. Um bis zu 215 Millionen (7 Prozent) stieg demnach 2009 die Zahl der arbeitenden Armen, die mit einem Tagesverdienst von umgerechnet 1,25 Dollar oder weniger auskommen müssen. Um die Auswirkungen von Krisen auf das Leben so vieler Menschen abzufedern, sei die flächendeckende Einrichtung sozialer Schutzsysteme besonders wichtig, erklärte die ILO.

Foto: Metallarbeiter in Äthiopien © GTZ

www.ilo.org

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