unesco_deBonn (epo.de). - Die Hälfte der rund 6.000 Sprachen, die heute weltweit gesprochen werden, ist nach Einschätzung der UNESCO vom Aussterben bedroht. Alle zwei Wochen sterbe eine Sprache aus, warnte die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur anlässlich des internationalen Tages der Muttersprache, der am 21. Februar begangen wird.

Der Welttag der Muttersprache soll an die Bedeutung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt erinnern. Am Sitz der UNESCO in Paris diskutieren Sprachwissenschaftler am 21. und 22. Februar bei einem Symposium aktuelle Entwicklungen in der Forschung.

In ihrem "Atlas der Bedrohten Sprachen" listet die UNESCO rund 2.500 Sprachen nach Name, Bedrohungsgrad und Region auf. Darunter sind auch 230 Sprachen, die seit 1950 ausgestorben sind. Der Atlas zeigt, dass 572 Sprachen vor allem in Nord- und Südamerika, Südostasien, Ozeanien und Afrika akut vom Aussterben bedroht sind.

Die Gründe für das Aussterben von Sprachen sind der UNESCO zufolge vielfältig: Kriege und Vertreibungen gehören ebenso dazu wie Migration und Vermischung der Sprachen. Mit dem Verschwinden einer Sprache geht ein kulturelles Erbe - von Gedichten über Legenden bis zu Sprichwörtern und Scherzen - verloren.

Der Internationale Tag der Muttersprache ist seit 2000 ein UNESCO-Gedenktag zur "Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit". Er macht vor allem auf die Sprachen aufmerksam, die von nur noch weniger als 10.000 Menschen gesprochen werden. Die UNESCO versteht Sprache nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern auch als kulturelles Erbe und Ausdruck kultureller Identität. Sprache spielt eine wesentliche Rolle, damit sich Menschen in die Gesellschaft, in Beruf und Alltag sozial und kulturell integrieren können.

Atlas der Bedrohten Sprachen

www.unesco.de

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