studie_bip_100Siegburg (epo.de). - In einer neuen Studie fordern das SÜDWIND-Institut, Brot für die Welt und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) eine grundlegende Revision bei der Bewertung der Wirtschaftsleistung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Maßstab für erfolgreiche Wirtschaftspolitik werde zunehmend fraglicher, erklärten die Organisationen. Nur neue Maßstäbe könnten die Grundlage dafür schaffen, dass sich die Wirtschaft stärker an der Nachhaltigkeit orientiere.

Das BIP ist der zentrale Maßstab zur Berechnung der Wirtschaftsentwicklung eines Landes. "Allerdings gehen weite Teile der Wirtschaft, darunter beispielsweise die Hausarbeit und ehrenamtliches Engagement, gar nicht erst in die Rechnung ein. Die Beseitigung von Umweltschäden oder der Verbrauch nicht nachwachsender Rohstoffe hingegen lässt die Wirtschaftsleistung wachsen – und damit nach gängiger Lesart auch den Wohlstand", so Friedel Hütz-Adams von SÜWIND, Hauptautor der Studie.

Alternative Denkmodelle und Erfassungssysteme für Wohlfahrt, Glück und Zufriedenheit sind seit Jahrzehnten in der Diskussion. Daher soll die Studie laut Hütz-Adams Anstöße für eine verstärkte Debatte in Deutschland liefern. "In Frankreich lässt Staatspräsident Sarkozy eine international hochkarätig besetzte Kommission alternative Maßstäbe für die Wirtschaftsleistung entwickeln, Großbritannien arbeitet an neuen Konzepten, EU und OECD haben Kommissionen eingesetzt. In Deutschland beginnt die Debatte dagegen erst, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen."

Mitautor Michael Frein vom EED fordert als Konsequenz aus den international laufenden Debatten ein Umdenken in der deutschen Politik: "Die offensichtlichen Schwächen der Erfassung des Bruttoinlandsprodukts sind bekannt. Angesichts weltweiter massiver sozialer und ökologischer Probleme stellt sich die Frage, wie lange die Politik die Steigerung des BIP noch als wichtigstes politisches Ziel ansehen möchte. Wir brauchen neue Maßstäbe und daraus abgeleitet neue Leitlinien für Politik und Wirtschaft."

Die Studie steht als PDF-Datei bei den Herausgebern zum Download bereit:
www.brot-fuer-die-welt.de
www.eed.de
www.suedwind-institut.de

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