citesFrankfurt a.M. (epo.de). - Kurz vor Beginn der Artenschutzkonferenz in Doha (Katar) hat die Umweltstiftung WWF die Einigung der 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf ein internationales Handelsverbot für Roten Thun begrüßt. Kritik übte die Umweltorganisation aber an von der EU geplanten Ausnahmeregelungen und dem EU-Vorschlag, das Handelsverbot für Roten Thunfisch bis 2011 aufzuschieben.  

Über das temporäre Aussetzen des internationalen Handels mit Rotem Thun entscheiden 175 Staaten auf der Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) vom 13. bis 25. März in Doha.

"Die EU-Staaten haben sich zu einem Minimalkonsens durchgerungen, wenn sie ihre Unterstützung an Ausnahmeregelungen für die europäische Fischereilobby knüpfen und den Handelsstop bis 2011 aufschieben wollen", sagte Heike Vesper, Fischerei-Expertin des WWF. "Ein temporäres Handelsverbot zum Schutz des Roten Thuns muss ohne weitere Einschränkungen bereits für diese Fangsaison wirksam werden. Die Zeit zum Taktieren ist längst abgelaufen, wenn die EU diese Art ernsthaft schützen will."

Aufgrund der hohem Nachfrage vor allem des japanischen Marktes sei der Rote Thun im Mittelmeer bis an den Rand des Kollaps überfischt worden, kritisierte der WWF. Es seien Bestandsrückgänge bis zu 85 Prozent zu verzeichnen.

"Die seit Jahrzehnten propagierten Schutzbemühungen im Rahmen des Fischereimanagements haben komplett versagt. Die kompromisslose Aufnahme in die höchste Schutzkategorie des Artenschutzabkommens CITES stellt die letzte Rettung für den Roten Thunfisch im Mittelmeer dar", sagte WWF-Expertin Heike Vesper. Laut wissenschaftlicher Untersuchungen seien alle erforderlichen Kriterien für eine Listung des Roten Thuns auf Anhang 1 des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES), die einem weltweiten kommerziellen  Handelsverbot entspricht, erfüllt. "Um Ihre Glaubwürdigkeit auf der internationalen Bühne des Artenschutzes nicht zu verspielen, sollte die Europäische Gemeinschaft das Handelsverbot ohne Wenn und Aber unterstützen".  

Der WWF erwartet auf dem anstehenden Treffen der CITES Vertragsstaaten ein erbittertes Tauziehen um den Roten Thun. Vor allem von Japan sei Widerstand gegen ein Handelsverbot zu erwarten. 90 Prozent der Fänge aus dem Mittelmeer werden über Monate in schwimmenden Anlagen gemästet und dann nach Japan exportiert. Der Rote Thun zählt zu den teuersten Speisefischen der Welt.

Die 15. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES CoP 15) findet vom 13. bis 25. März 2010 in Doha (Katar) statt. Auf der Agenda stehen neben dem Blauflossenthunfisch der internationale Handel mit Roter Koralle und Haifisch, Tiger-Produkten, Elfenbein und Nashorn.

www.cites.org
www.wwf.de

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