eisbaer_150Doha (epo.de). - Auf der Vertragsstaaten-Konferenz des Washingtoner Artenschutz-Abkommens (CITES) in Doha ist der Antrag der USA gescheitert, den Handel mit Eisbären international zu verbieten. Der Antrag sei mit 48 Ja- und 62 Nein-Stimmen abgelehnt worden und insbesondere "am Widerstand der EU" gescheitert, berichtete Daniela Freyer, die für Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt, am Donnerstag aus Doha.

"Heute ist ein schwarzer Tag für den Eisbären", erklärte Freyer. "Ein Handelsverbot hätte jedes Jahr Hunderten Tieren das Leben gerettet, aber die EU hat den Eisbären eiskalt abserviert", sagte Daniela Freyer in Doha (Katar).

Insbesondere Kanada und Dänemark (im Namen Grönlands) hatten sich Freyer zufolge kategorisch gegen internationale Handelsbeschränkungen gewehrt. Nur Kanada und Grönland erlauben grundsätzlich die Jagd und den Export von Eisbären. Neben den USA verbieten auch Norwegen und Russland den kommerziellen Handel.

"Den Todesstoß versetzte dem Eisbären die EU, die bei der Konferenz einheitlich abstimmt und mit 27 Ländern einen der wichtigsten Stimmenblocks bildet", kommentierte Freyer. "Trotzdem die USA der EU ein Kompromissangebot machte, lehnte die EU einen strengen internationalen Schutz kategorisch ab. Pro Wildlife setzt sich gemeinsam mit einer Koalition verschiedener Verbände für den Schutz des Eisbären ein. Die Entscheidung muss kommende Woche noch im Plenum bestätigt werden.

"Allein in Kanada wurden innerhalb von fünf Jahren über 3.300 Eisbären legal abgeschossen", berichtete Freyer. Experten gehen davon aus, dass der Eisbär in 100 Jahren aussterben könnte. "Die Jagd für den kommerziellen Handel, vor allem nach Japan und Europa, verschärft die ohnehin kritische Bedrohung durch den Klimawandel und das Abschmelzen des arktischen Eises", so die Biologin.

Der Bestand von Ursus maritimus wird weltweit auf 20.000 bis 25.000 Tiere geschätzt. 2005 waren 25 Prozent der Bestände rückläufig, inzwischen seien es bereits über zwei Drittel der untersuchten Bestände, so Pro Wildlife. Dennoch würden jedes Jahr weit über 1.000 Eisbären getötet, der Großteil hiervon ganz legal in Kanada. In Russland würden viele Tiere gewildert.

"Die Eisbären sind durch den Klimawandel akut gefährdet", so Pro Wildlife Sprecherin Daniela Freyer. "Jedes zusätzlich abgeschossene Tier bedeutet einen unverantwortlichen Blutzoll." Während der Eisbär Unterstützung aus der afrikanischen und arabischen Region erhalten habe, sei die EU mit ihren 27 Gegenstimmen der entscheidende Stimmenblock gewesen.

Foto: Ursus maritimus © Wikimedia Commons

www.cites.org
www.prowildlife.de

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