duerre_mali_oxfam_550Bonn (epo.de). - Vor Beginn der Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen in Bonn hat Oxfam von den Industrienationen "Klima-Hilfen statt Kredit-Schulden" gefordert. Die reichen Länder sollten ihre in Kopenhagen gemachten finanziellen Zusagen für Klimaschutz und Bewältigung der Folgen des Klimawandels in armen Ländern als Zuschüsse und nicht in Form vermehrter Kredite leisten, so die Hilfsorganisation.

"Den armen Ländern ist nicht geholfen, wenn ihnen nun einfach neue Kredite untergeschoben werden, um die vor allem von den reichen Ländern verursachten Klimaschäden zu bewältigen", sagte Jan Kowalzig, Klima-Experte bei Oxfam. "Wenn ich das Auto meines Nachbarn zu Schrott fahre, biete ich ihm ja auch nicht lediglich einen Kredit für die Reparatur an."

Die Konferenz in Bonn vom 31. Mai bis 11. Juni ist aus der Sicht von Oxfam ein erster Schritt, um das gestörte Vertrauensverhältnis zwischen den Industrieländern und den vom Klimawandel besonders betroffenen Entwicklungsländern wieder herzustellen. Neben der Debatte über die Rolle von Krediten statt Finanzzuschüssen gehe es auch um die Suche nach Instrumenten, mit denen die Klima-Finanzhilfen für die armen Länder bis 2020 mindestens auf die in Kopenhagen versprochenen 100 Millionen US-Dollar jährlich angehoben werden können.

Oxfam schlägt dafür unter anderem die Einführung einer Finanztransaktionssteuer vor. Spekulationsgeschäfte würden mit einer minimalen Steuer belegt. Ein Teil der zu erwartenden Einkünfte von jährlich etwa 400 Milliarden US-Dollar ließe sich für Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen in den armen Ländern verwenden.

Die Bonner Konferenz wird laut Oxfam auch davon überschattet, dass vor allem die bisher angebotenen Klimaschutzziele der Industrieländer nicht ausreichen, um die globale Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius über der vorindustriellen Durchschnittstemperatur zu begrenzen.

Erst kürzlich habe dazu eine neue Studie der Europäischen Kommission gezeigt, dass die Anhebung des europäischen Klimaziels von bisher 20 Prozent Emissionsreduktionen bis 2020 auf 30 Prozent Europa keine wirtschaftlichen Nachteile bringe. Die zusätzlich nötigen Investitionen würden durch positive Nebeneffekte wieder ausgeglichen - wie sinkende Gesundheitskosten wegen verringerter Luftverschmutzung oder prognostizierte über eine Million neue Arbeitsplätze in den klimafreundlichen Branchen.

"Die Anhebung des europäischen Klimaziels auf 30 Prozent ist unverzichtbar für eine neue Dynamik bei den internationalen Verhandlungen", betonte Jan Kowalzig. "Wer sich dagegen ausspricht, bremst die klimafreundlichen Branchen aus und vertritt nicht die Interessen der Wirtschaft, sondern die Partikularinteressen der Energiekonzerne und deren Pläne für den Neubau von Kohlekraftwerken und anderen Klimakillern. Angesichts der Millionen Menschen in den armen Ländern, deren Lebensgrundlagen wegen zunehmender Dürren, Unwetterkatastrophen und des Anstiegs des Meeresspiegels bedroht sind, ist diese Haltung gefährlich und verantwortungslos."

Foto: Dürre in Mali © Oxfam

www.oxfam.de

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