wb_prospects_2010Washington (epo.de). - Die Weltbank rechnet für die kommenden Jahre mit einer weltweiten wirtschaftlichen Erholung. Die Verschuldung europäischer Länder werfe aber einen Schatten auf das vor allem von Entwicklungsländern getragene Wachstum, heißt es im aktuellen Bericht "Global Economic Prospects 2010", der am Donnerstag in Washington veröffentlicht wurde. Die Bank geht für die Jahre 2010 und 2011 von einem globalen Wachstum in der Größenordung zwischen 2,9 und 3,3 Prozent aus.

Für 2012 erwartet die Bank eine Stabilisierung des Wachstums zwischen 3,2 und 3,5 Prozent. 2009 war die Weltwirtschaft um 2,1 Prozent geschrumpft.

In den Jahren 2010 bis 2012 erwartet die Weltbank, dass die Wirtschaft in Entwicklungsländern ein jährliches Wachstum zwischen 5,7 und 6,2 erreicht. In Ostasien dürfte die Wirtschaft dem Bericht zufolge um die 8 Prozent wachsen, und selbst Subsahara-Afrika kann Wachstumsraten von durchschnittlich 5 Prozent erwarten. Länder mit hohem Einkommen werden hingegen lediglich ein Wachstum zwischen 2,1 und 2,4 Prozent schaffen.

"Die bessere Performance der Entwicklungsländer in der heutigen Welt multipolaren Wachstums ist beruhigend", sagte der Chefökonom der Weltbank, Justin Yifu Lin. Um einen dauerhaften Aufschwung zu erreichen, müßten die reichen Länder aber die Gelegenheiten nutzen, die das stärkere Wachstum in Entwicklungsländer ihnen biete.

Gefahren für eine Erholung der Weltwirtschaft sieht die Bank mittelfristig in verringerten internationalen Kapitalflüssen und hoher Arbeitslosikeit. Dem Bericht zufolge fürchtet die Weltbank auch, dass eine Ausdehnung der Schuldenkrise Kredite teurer machen und Investitionen und Wachstum in Entwicklungsländern deshalb schrumpfen könnten.

Auf viele Entwicklungsländer sieht die Weltbank "ernsthafte Finanzierungslücken" zukommen. 2007 hatten die Privatinvestitionen in Entwicklungsländern noch bei 1,2 Billionen US-Dollar gelegen. 2008 waren sie auf 454 Milliarden Dollar gesunken. Für 2012 prognostiziert die Weltbank ein Anwachsen auf 771 Milliarden Dollar. Insgesamt fehlen den Entwicklungsländern im Jahr 2010 rund 210 Milliaren Dollar und 2011 rund 180 Milliarden.

Der Bericht warnt vor Rückschritten bei der Armutsbekämpfung, falls die Entwicklungsländer ihre Investitionen aufgrund geringerer Entwicklungshilfe und sinkender Steuereinnahmen zurückfahren müssten. Ein Rückgang der bilateralen Entwicklungshilfe könnte das Wachstum in Entwicklungsländern schmälern und die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen um bis zu 26 Millionen ansteigen lassen, so die Weltbank.

www.worldbank.org

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