aiskonf_2010_100Wien (epo.de). - Erstmals gibt es Hoffnung, dass Frauen sich mit einem Gel selbst wirksam vor einer HIV-Infektion schützen können. Eine auf der Welt-Aids-Konferenz in Wien vorgestellte Studie des Centre for the AIDS Programme of Research in South Africa (CAPRISA) zeigt, dass das mit einem Mikrobizid versehene Mittel die Infektionsgefahr für Frauen um knapp 40 Prozent senken kann. "So etwas hat es im wissenschaftlichen Bereich auf einer Internationalen Aidskonferenz noch selten gegeben - wir haben die Nachricht im überfüllten Auditorium mit anhaltendem Applaus gefeiert", sagte Astrid Berner-Rodoreda, HIV-Beraterin bei Brot für die Welt.

Das Gel, das Frauen bis zu 12 Stunden vor und nach dem Sexualverkehr in die Vagina einführen, reduziert das Infektionsrisiko dem Bericht zufolge zu fast 40 Prozent. Die Studie wurde mit knapp 900 HIV-negativen und sexuell aktiven Frauen durchgeführt, von denen die Hälfte das Tenofovir-Gel und die andere Hälfte ein Placebo bekamen. 38 Frauen, die das Mittel bekamen, infizierten sich während der Laufzeit der Studie; in der Placebohälfte infizierten sich 60 Frauen. Der Schutz, den das Gel bietet, muss nun noch in einer sehr viel größer angelegten Studie bestätigt werden.

Die Frauenbeauftragte des Christenrats von Swasiland, Agnes Mtetwa, erklärte: "Endlich haben wir ein Mittel in Aussicht, das Frauen selbst benutzen können." Auf einem Partnertreffen, das das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt vor der Eröffnung der Aids-Konferenz in Wien durchführte, tauschten sich die Partnerorganisationen auch über Gender im Zusammenhang mit HIV aus. Frauen sind in besonderem gefährdet, sich mit HIV zu infizieren. Bisher war einer der vielversprechendsten Ansätze, Frauen zu schützen, mehr Sensibilisierungsarbeit mit Männern durchzuführen.

www.aids2010.org
www.brot-fuer-die-welt.de

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