WB African Development Indicators 2005Washington (epo). - Die reichen Industrienationen müssen ihre Ankündigungen verstärkter Entwicklungshilfe, größerer Schuldenerleichterungen und besserer Handelskonditionen für die Länder Subsahara-Afrikas schnell in die Tat umsetzen, wenn der Kontinent entscheidende Fortschritte bei der Erfüllung der Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen machen soll. Diese Schlussfolgerung zieht Gobind Nankani, Vizepräsident der Weltbank für die afrikanische Region, aus den jetzt veröffentlichten Entwicklungsindikatoren 2005 für Afrika.

Die "African Development Indicators (ADI) 2005" basieren weitgehend auf statistischem Zahlenmaterial aus dem Jahr 2003 und zeigen nach Darstellung der Weltbank positive Entwicklungen bei den Entwicklungshilfe-Zuflüssen, bei den Schuldenerleichterungen und beim Wirtschaftswachstum auf. Dies verleitete den neuen Weltbank-Präsidenten Paul Wolfowitz zu der verwegenen Schlussfolgerung, Afrika sei "an der Schwelle ein Kontinent der Hoffnung zu sein".

Der Bericht nennt für das Jahr 2003 ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 3,9 Prozent (2002: 2,8%). Das Bruttoinlandsprodukt in 15 subsaharischen Staaten sei seit Mitte der 90er Jahr um konstant sechs Prozent jährlich angestiegen und mehrer Länder hätten ihre Exporte um mehr als zehn Prozent steigern können. John Page, Chefökonom der Weltbank für Afrika, betont jedoch, nötig sei eine Wachstumsstrategie, die in die Armen investiert, um sie am Wirtschaftswachstum teilhaben zu lassen.

Als positives Signal in dieser Hinsicht wertet die Weltbank einen Anstieg der Einschulungsrate in Grundschulen - von 87% im Jahr 2002 auf 96% im Jahr 2003 (1980: 80%). Der Bericht warnt allerdings, dass Bürgerkriege, die rasche Ausbreitung von HIV/Aids, Korruption, die teilweise große Abhängigkeit von Entwicklungshilfe und niedrige Rohstoffpreise die Fortschritte bei der Armutsbekämpfung bedrohten.

Die Exporte verarbeiteter Produkte stiegen dem Bericht zufolge 2003 auf 121,5 Millionen Tonnen (2002: 97 Mio. t), die Ausfuhr landwirtschaftlicher Produkte, die nach wie vor rund 40 Prozent der Gesamtausfuhren ausmachen und 70% der afrikanischen Arbeitskräfte beschäftigen, stagnierte hingegen oder stieg allenfalls leicht an. Die Auslandsverschuldung stieg auf 218 Mrd. US-Dollar im Jahr 2003 (2002: 204 Mrd.).

Die Daten für Afrika ergeben insgesamt gesehen ein sehr unterschiedliches Bild: Während in Sierra Leone 284 von 1000 Kindern sterben, bevor sie ihr fünftes Lebensjahr erreichen, liegt die Kindersterblichkeitsrate auf den Seychellen bei lediglich 15 von 1000. Während in Simbabwe 90% der Erwachsenen lesen und schreiben können, sind es in Niger nur 17%. Während 99% der Mauretanier Zugang zu sauberem Wasser haben, sind es in Eritrea nur 13%. In Mali müssen 49% der 10-14 Jahre alten Jugendlichen arbeiten, in Südafrika 0%.

 World Bank, African Development Indicators (ADI) 2005


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