transfair_100Berlin (epo.de). - In Berlin ist am Dienstag abend der Fairtrade-Award zum zweiten Mal verliehen worden. Die Auszeichnung der Siegelinitiative TransFair ging an Unternehmen, Organisationen und Persönlichkeiten, die sich vorbildlich für den Fairen Handel engagieren. "Fairtrade ist nachgewiesenermaßen ein wirksames Instrument der Armutsbekämpfung und trägt zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele bei", sagte Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär im Entwicklungsministerium.

Sher Ghazi berichtete von der pakistanischen Fairtrade-Kooperative Mountain Fruits: "Jetzt nach dem verheerenden Hochwasser bauen wir auf die langfristige Zusammenarbeit mit Fairtrade. Der Fairtrade-Mindestpreis wirkt als Sicherheitsnetz und ist damit ein wesentliches Instrument, um ein Abgleiten in die Armut zu verhindern."

"Es gibt sehr viele engagierte Akteure beim Fairen Handel. Dieser Preis soll beispielhafte Arbeit ans Licht der Öffentlichkeit bringen und weitere Kreise motivieren, sich für die Sache des Fairen Handels zu engagieren", sagte Heinz Fuchs, Vorstandsvorsitzender der Siegelinitiative TransFair. "Nicht abwarten und Tee trinken, sondern handeln! Diese Botschaft soll in den Alltag hinein dringen", sagte Schauspieler und Laudator Joachim Król.

TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath machte deutlich: "Der Faire Handel ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Jeder von uns kann durch seinen nachhaltigen Konsum die Welt ein Stück verändern."

Preisträger des Fairtrade-Awards für Wirtschaft: Omniflora/Neu-Isenburg


Der Fairtrade- Award wurde "Omniflora"-Geschäftsführer Klaus Voss aus Neu-Isenburg verliehen. Er habe es als weltweit agierender Frischblumen-Importeur geschafft, sozial und ökologisch verantwortungsvollen Anbau von Blumen mit großem wirtschaftlichem Erfolg zu verbinden. Klaus Voss setze sich darüber hinaus persönlich mit großem Engagement und finanziellen Zuwendungen dafür ein, mehr Entwicklungsmöglichkeiten für die Menschen in Kenia und Tansania aufzubauen. Fairtrade-Botschafterin Cosma Shiva Hagen, die den Preis übergab, stellte in ihrer Rede heraus: "Omniflora setzt sich seit Jahren für gesunde und faire Arbeitsbedingungen in Ostafrika ein. Über die Fairtrade-Prämien können die Pflückerinnen und Pflücker ihre eigenen Lebensbedingungen verbessern und zahlreiche soziale Projekte wie Kindergärten oder Schulstipendien finanzieren. Ich hoffe wirklich sehr, dass viele Menschen sich ihrer eigenen Verantwortung bewusst werden und bewusster einkaufen."

Preisträger des Fairtrade-Awards für Zivilgesellschaft: BBS Handel/Hannover


Den Award in der Kategorie "Zivilgesellschaft" gewann die Berufsschule "BBS Handel" in Hannover. Sie integriere das Thema des Fairen Handels nicht nur fächerübergreifend in den Unterricht, sondern schaffe in und um Hannover eine ausgeprägte Präsenz des Themas, indem Schüler die Idee bis ins Rathaus tragen und sich selbst als Botschafter in der Stadt bewegen, um Verbraucher vom Fairen Handel zu überzeugen.

Preisträger des Fairtrade-Awards für Newcomer: Fru’Cha/Hamburg


Hier wurde vor allem die innovative Idee, das besondere Produkt oder die besondere Werbekampagne gesucht. Den Preis bekam Jungunternehmer André Pilling aus Hamburg überreicht. Er sorge mit dem Produktsortiment seines erst 2008 gegründeten Labels "Fru‘Cha!" für Furore – die von ihm online und im Fachhandel vertriebenen Trockenfrüchte, Nüsse, Saaten und Beeren sind sowohl fair gehandelt als auch aus biologischem Anbau.

Fairtrade-Sonderpreis: Neusser Eine Welt Initiative


Zusätzlich entschied die Jury in diesem Jahr, einen mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis für herausragendes Engagement für den Fairen Handel zu vergeben. Diese Auszeichnung nahmen Gisela Welbers und Andreas Hamacher von der Neusser Eine-Welt-Initiative "NEWI" in Empfang. Sie setzen sich seit 1990 zusammen mit weiteren Engagierten aus 30 Organisationen für den Fairen Handel ein.

Fairtrade-Unterstützerin Birte Glang, Fotomodell und Schauspielerin, die den Preis übergab, machte deutlich, wie wichtig auch für sie die Idee des Fairen Handels ist: "Die NEWI zeigt uns, dass die Idee von Fairtrade zum Leben erweckt wird, wenn alle an einem Strang ziehen – in Neuss reicht das Engagement vom Schützenverein über die Bäckerinnung bis hin zum Bürgermeister. Jeder kann direkt vor der Tür aktiv werden!"

Die Schauspielerin 
Karoline Herfurth moderierte die Preisverleihung in einem Kleid von Imka Koffke aus Fairtrade zertifizierter Baumwolle. Seit sie für die Fairtrade-Fotokampagne, die Jim Rakete fotografiert hat, in Rohbaumwolle "gebadet" hat, trägt sie gerne den Titel Fairtrade-Botschafterin. "Mode und Fairtrade muss kein Widerspruch sein. Das ist eine tolle Entdeckung", so die 26-jährige.

Der Award wurde am Vorabend der International Fairtrade Conference vergeben, die am 6. Oktober um 9.30 Uhr in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung mit der Rede von Renate Künast (Grüne) eröffnet wird.  

www.transfair.org

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