gto_150Berlin (epo.de). - Mehr als 100 Berliner Schülerinnen und Schüler haben den Welttoilettentag am 19. November zum Anlass genommen, um auf die ernste Lage in Haiti und die verkannte Bedeutung der Sanitärversorgung aufmerksam zu machen. In Haiti wütet aktuell eine Choleraepidemie, der bereits mehr als tausend Menschen zum Opfer gefallen sind. Die Cholera ist eine Folge mangelhafter Sanitärversorgung und Hygiene.

Gemeinsam mit der German Toilet Organization (GTO) protestierten die Jugendlichen auf dem Alexanderplatz in Berlin für eine "klobalisierte Welt". Mit künstlerisch gestalteten Toilettendeckeln, bunten Plakaten und anderen kreativen Ideen wollten die Schüler und Schülerinnen Aufsehen erregen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO leben noch immer 40 Prozent der Weltbevölkerung - rund 2,6 Milliarden Menschen - ohne Zugang zu sanitären Anlagen. "Dieser Zustand ist mitverantwortlich, dass in vielen Ländern der Erde zwischen 15% und 30% der Kinder die ersten fünf Lebensjahre nicht überleben", sagte Thilo Panzerbieter, Geschäftsführer der GTO. "Täglich sind das 4.000 Kinder unter fünf Jahren, die durch verbesserte Sanitärversorgung und Hygieneaufklärung gerettet werden könnten."

In Deutschland gilt Sanitärversorgung heute als eine Selbstverständlichkeit. Dabei lag vor knapp mehr als 100 Jahren die Kindersterblichkeit in vielen europäischen Ländern auf ähnlich hohem Niveau. Laut einer Umfrage des britischen Ärzteverbandes gilt Sanitärversorgung daher als größter medizinischer Fortschritt der letzten 150 Jahre. Krankheiten wie die Cholera sind in Europa erst durch die Versorgung mit Toiletten und die Behandlung des Abwassers verschwunden.

Entwicklungsminister Niebel lobte das Engagement der Schülerinnen und Schüler zum Welttoilettentag. Nicht nur in Anbetracht der aktuellen Situation in Haiti nehme die Wasser und Sanitärversorgung eine zentrale Bedeutung in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ein, erklärte Niebel. "Besonders für Kinder ist nachhaltige Sanitärversorgung essentiell, damit sie gesund heranwachsen und am Unterricht in der Schule teilhaben können", betonte der Bundesminister. Es seien die "Schulen der Welt, in denen der Grundstein für Verhaltensänderungen mit Bezug auf Hygiene und dem schonenden Umgang mit Ressourcen gelegt wird".

www.germantoilet.org

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