germanwatch_150Cancún (epo.de). - Germanwatch und CAN Europe haben auf dem Klimagipfel in Cancún die sechste Auflage des jährlichen Klimaschutz-Index (KSI) vorgestellt. Der KSI 2011 vergleicht die 57 größten CO2-Emittenten auf Basis ihrer Emissionen und ihrer Klimapolitik. In diesem Jahr haben mehr als 190 Experten die Politik ihres Landes analysiert.

"Kopenhagen brachte auf internationaler Ebene ein enttäuschendes Ergebnis. Darum sind wir positiv überrascht, dass im letzten Jahr einige Länder mit guten nationalen Initiativen reagiert haben", erklärte Jan Burck, Autor des Index und Referent bei Germanwatch. "Zum ersten Mal bewerteten die Experten die nationale Klimapolitik besser als die internationale. Wir müssen abwarten, ob diese nationale Dynamik hier in Cancún auf internationalem Level umgesetzt werden kann."

In diesem Jahr liegen Brasilien, Schweden und Norwegen auf dem vierten bis zum sechsten Platz, gefolgt von Deutschland. Saudi Arabien, Kasachstan, Australien und Kanada bilden die Schlusslichter. Brasilien konnte den vierten Platz aus dem Vorjahr verteidigen. Die ersten drei Plätze blieben aber erneut frei. Diese sind reserviert für Länder, die genug Klimaschutz umsetzen, um unterhalb der globalen Erwärmung von 1,5 Grad Celsius zu bleiben.

"Durch einen im Verhältnis zu anderen Ländern positiven Emissionstrend hat Deutschland das Potenzial, im Klimaschutz-Index weiter vorne zu stehen als nur auf dem siebten Platz", sagte Burck. "Das Ergebnis zeigt aber: Trotz eines umfassenden Energiekonzeptes waren die Experten enttäuscht. Die festgelegten Reduktionsziele weisen zwar den Weg, werden aber nicht von den zur Zielerreichung notwendigen Maßnahmen flankiert." Vor allem die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und das damit verbundene Investitionshemmnis für Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz wurde kritisiert.

Die beiden größten Emittenten, China und die USA, sind im Vergleich zum Vorjahr abgerutscht. China liegt im KSI auf Platz 56, die USA auf Platz 54. Die USA zeigten eine sehr schlechte Leistung in Bezug auf die Emissionen und Klimapolitik, so Germanwatch. Chinas gute Politikbewertung verhindere ein stärkeres Abrutschen im Klimaschutz-Index. Bei einer einseitigen Betrachtung der nationalen Klimapolitikbewertung könnte China auf einem der ersten Ränge liegen. Die verbesserte chinesische Klimapolitik werde sich in Zukunft auch in einem besseren Emissionstrend widerspiegeln.

"China hat seine nationale Klimapolitik erst kürzlich verbessert. Dazu zählt eine Gesetzgebung, die auch die Erneuerbaren Energien unterstützt. Hier ist China bereits Marktführer", sagte Matthias Duwe, Direktor von CAN Europe. "Dies ist ein gutes Beispiel für den Trend, dass die nationale Klimapolitik im Klimaschutz-Index insgesamt besser bewertet wurde. Eine Ausnahme sind die USA, wo der Senat die nationale Gesetzgebung blockiert hat. Dies hat auch für eine niedrige Platzierung gesorgt. Die Regierung von Obama ist deshalb jetzt gezwungen auf die bestehenden Gesetze zurückzugreifen, um Emissionen zu begrenzen".

Der jährlich von Germanwatch und CAN Europe veröffentlichte Klimaschutz-Index vergleicht die Klimaschutzleistungen von 57 Industrie- und Schwellenländern, die zusammen für mehr als 90 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind. Er erscheint in diesem Jahr zum sechsten Mal und wurde zum Klimagipfel in Cancún mit den neuesten verfügbaren Daten aktualisiert.

Der Klimaschutz-Index 2011 ist abrufbar unter: www.germanwatch.org/ksi

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