makeitfairHannover. - Die Kritik an sozialen Missständen in der IT-Produktion hat zu verbesserten Arbeitsbedingungen in chinesischen Zulieferbetrieben beigetragen. Das zeigt eine anlässlich der Computermesse CeBIT in Hannover veröffentlichte Studie des europäischen Projektes "makeITfair". Strukturelle Probleme wie niedrige Löhne und mangelnde Anerkennung von Gewerkschaften bestünden jedoch weiterhin.

"Es ist zwar erfreulich, dass es bei Chinas IT-Zulieferen positive Entwicklungen bei den Arbeitsbedingungen gibt", sagt Cornelia Heydenreich von Germanwatch, Koordinatorin des Projektes makeITfair in Deutschland. Sie beruft sich dabei auf die aktuelle Evaluation von Produktionsstätten in der Provinz Guangdong, bei denen makeITfair vor zwei Jahren gravierende Arbeitsrechtsverletzungen bei der Herstellung von Spielkonsolen und MP3-Playern festgestellt hatte. "Viel zu oft gibt es aber nur dort Verbesserungen, wo Initiativen wie makeITfair zuvor den Finger in die Wunde legten. Grundlegende Veränderungen wie Gewerkschaftsfreiheit und faire Einkaufspraktiken, also zum Beispiel eine gerechte Preisgestaltung der Markenunternehmen bei der Auftragsvergabe, fehlen meistens", so Heydenreich.

Im Rahmen der Eco ICT Solutions-Ausstellung auf der CeBIT präsentierten Germanwatch und makeITfair zwei Initiativen, die zeigen, wie eine faire Produktion von Handys und Computermäusen aussehen könnte. Andere Aussteller im Bereich Eco ICT Solutions stellen IT-Lösungen vor, die auf globale Herausforderungen wie den Klimawandel reagieren.

Während IT-Anwendungen beim Klimaschutz auch Teil der Lösung sein können, trägt die rasante Entwicklung der IT-Branche wiederum zu anderen Problemen bei. "Menschenrechtsverletzungen beim Rohstoffabbau und unfaire Arbeitsbedingungen bei Zulieferern - diese Themen adressieren auf der CeBIT nur Nichtregierungsorganisationen", so Heydenreich. "Wir fordern die IT-Industrie auf, in ihrer Zulieferkette eine nachhaltige Rohstoffgewinnung und faire Produktionsbedingungen durchzusetzen."

www.makeitfair.org

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