rla_100Stockholm. - Die "alternativen Nobelpreise" gehen in diesem Jahr an die Anwältin Jacqueline Moudeina aus dem Tschad, die Hebamme Ina May Gaskin in den USA, den Solar-Unternehmer Huang Ming (China) und die spanische Organisation GRAIN, die sich für die Rechte von Bauern in Entwicklungsländern einsetzt. Das hat die Right Livelihood Award Foundation am Donnerstag in Stockholm bekanntgegeben. Die Preise werden am 5. Dezember im Schwedischen Reichstag verliehen.

Der Chinese Huang Ming erhält den nicht dotierten Ehrenpreis "für seinen herausragenden Erfolg in der Entwicklung und Massenverbreitung von Spitzentechnologien für die Nutzbarmachung von Solarenergie, und weil er zeigt, wie dynamische Schwellenländer dazu beitragen können, die globale Krise des anthropogenen Klimawandels zu überwinden", so die Stiftung. Die drei anderen Preisträger teilen sich das Preisgeld in Höhe von 150.000 Euro.

Jacqueline Moudeina (Tschad) ehrte die Jury "für ihren unermüdlichen Einsatz unter großem persönlichen Risiko, damit den Opfern von Tschads ehemaliger Diktatur Gerechtigkeit widerfährt und um die Achtung und das Bewusstsein für Menschenrechte in Afrika zu stärken". Die 54jährige hatte Beweise für die Menschenrechtsverletzungen unter dem früheren Diktator Hissène Habré gesammelt und ihn 2000, zehn Jahre nach seiner Flucht aus dem Tschad, vor Gericht gebracht.

Die US-Amerikanerin Ina May Gaskin erhielt den Right Livelihood Award, so die Stiftung, "weil sie Geburtsmethoden lehrt und verbreitet, die Frauen in den Mittelpunkt stellen und die körperliche wie geistige Gesundheit von Mutter und Kind fördern." Gaskin gründete im US-Bundesstaat Tennessee ein Zentrum für Geburtshilfe und setzt Naturheilmethoden ein.

Die spanische Nichtregierungsorganisation GRAIN International wurde ausgezeichnet, "weil ihre weltweite Arbeit die Lebensgrundlage und Rechte bäuerlicher Gemeinschaften schützt und den massiven Aufkauf von Ackerland in Entwicklungsländern durch ausländische Finanzinvestoren entlarvt".

Die auch als "Alternative Nobelpreise" bezeichneten Right Livelihood Awards wurden 1980 von Jakob von Uexküll gegründet, um "jene zu ehren und zu unterstützen, die praktische und beispielhafte Antworten zu den dringendsten Herausforderungen unserer Zeit finden und erfolgreich umsetzen". Heute wird der Preis von privaten Spendern finanziert. 123 Kandidaten aus 59 Ländern waren dieses Jahr für den Preis vorgeschlagen worden. Mit den Preisträgern von 2011 zählt die Right Livelihood Award Stiftung 145 Preisträger aus 61 Ländern.

www.rightlivelihood.org

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