fairtrade_100Nürnberg. - Fair gehandelte Produkte kommen mehr und mehr auch aus biologischem Anbau. Darauf hat TransFair anlässlich der Messe "BioFach" in Nürnberg hingewiesen. Nach ersten Hochrechnungen trugen 2011 rund 65 Prozent der Fairtrade-Produkte auch ein Bio-Siegel. Das entspricht einer Steigerung um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

"Armut ist der größte Feind der Umwelt", sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath auf der Leitmesse für Bioprodukte "BioFach" in Nürnberg. "Eine nachhaltige Entwicklung ist nur innerhalb eines funktionierenden Ökosystems möglich. Deshalb gibt es bei Fairtrade neben sozialen und ökonomischen Richtlinien auch strenge Umweltkriterien."

Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf Kleinbauern und Arbeiter sind große Herausforderungen für den Fairen Handel. Durch "Insetting" haben Fairtrade-zertifizierte Händler die Möglichkeit, CO2-Emissionen innerhalb der Fairtrade-Wertschöpfungskette zu kompensieren und dadurch zu höherer Nachhaltigkeit im System beizutragen. Darüber hinaus eröffnen sich durch Insetting neue Verdienstmöglichkeiten für Produzenten. Passend zum Schwerpunktland der BioFach besuchte TransFair im Februar Fairtrade-Teegärten in Indien.

Der Faire Handel fördert die Umstellung auf biologischen Anbau durch höhere Mindestpreise und eine höhere Prämie für Bio-Produkte. Einmal im Fairtrade-System aufgenommen, machen sich viele Produzentenorganisationen auf den Weg zum Bio-Zertifikat. Je nach Produktgruppe sind die Bio-Anteile unterschiedlich hoch. 76 Prozent des fair gehandelten Kaffees tragen beispielsweise ein Bio-Siegel, bei Fairtrade-Bananen sind es 100 Prozent. Auch bei Tee ist mit 79 Prozent ein Großteil biologisch angebaut.

Indien, das Schwerpunktland der BioFach Messe, ist ein wichtiger Partner für den Fairen Handel. Ein Großteil des Fairtrade-Tees stammt aus indischen Tee-Anbaugebieten wie Assam oder den Nilgiri Hills in Südindien. Als Produzentenberater für Fairtrade International ist Raju Ganapathy erster Ansprechpartner für indische Produzentenorganisationen. Er begleitet sie auf dem Weg zur Fairtrade-Zertifizierung, unterstützt und berät bei Problemen.

"Für die Produzenten sind die Absätze über den Fairen Handel enorm wichtig", sagte Raju Ganapathy auf der BioFach Messe. "Nur so erhalten sie die Fairtrade-Prämien, um Projekte zu realisieren und dadurch ihren Lebensstandard zu verbessern." Einen Einblick in den Arbeitsalltag in den Teegärten erhielt auch Dieter Overath bei einer Reise zu Tee-Produzenten nach Südindien Anfang Februar.

Seit 2011 bietet die Zertifizierungsgesellschaft FLO-Cert GmbH in Bonn Serviceleistungen an, um die Wertschöpfungskette im Fairtrade-System noch nachhaltiger zu gestalten. "International wächst die Bedeutung von Kennzeichnungen zur Nachhaltigkeit und Klimabilanz von Produkten", erklärte FLO-Cert Geschäftsführer Rüdiger Meyer. "Durch Insetting bieten wir Unternehmen die Möglichkeit, eine eventuell negative CO2-Bilanz innerhalb der Fairtrade-Lieferkette zu kompensieren. Statt unspezifisch Ausgleichszahlungen zu leisten, profitieren so unmittelbar die Fairtrade-Produzentenorganisationen. Die Mehreinnahmen können beispielsweise in Umweltprojekte reinvestiert werden, was die Wertschöpfungskette zusätzlich positiv beeinflusst."

www.fairtrade-deutschland.de

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