syrien_100Berlin. - 50 Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft aus mehr als 25 Ländern haben die Vereinten Nationen aufgerufen, entschiedene Maßnahmen zur Beendigung der Gewalt in Syrien einzuleiten. Sie nannten die Krise "eine der schlimmsten Fälle willkürlicher Gewalt gegen die eigene Zivilbevölkerung, die wir in den vergangenen Jahren gesehen haben."

In dem Offenen Brief, der am Montag in der Financial Times (FT) abgedruckt wurde und dessen Veröffentlichung zeitlich mit einem Außenministertreffen der UN-Sicherheitsratsmitglieder in New York zusammenfiel, verdeutlichten die Unterzeichner, die sich unter anderem aus ehemaligen Staatspräsidenten, Botschaftern und Nobelpreisträgern zusammensetzen, dass "eine moralische Verpflichtung der Sicherheitsratsmitglieder besteht, einen Weg aus der aktuellen Sackgasse zu finden. Dies jedenfalls steht fest: Die Glaubwürdigkeit und das internationale Ansehen einer jeden Nation, die angesichts dieser vermeidbaren Tragödie in Syrien gleichgültig bleibt, wird schwer beschädigt."

Unterzeichner des Offenen Briefes sind unter anderen Richard von Weizsäcker, ehemaliger deutscher Bundespräsident; Fernando Henrique Cardoso, ehemaliger Staatspräsident von Brasilien; Umberto Eco, italienischer Schriftsteller; FW de Klerk, ehemaliger Staatspräsident Südafrikas; Marwan Muasher, ehemaliger Außenminister und Stellvertretender Premierminister von Jordanien; David Miliband, ehemaliger britischer Außenminister, sowie Leymah Gbowee, Nobelpreisträgerin aus Liberia. Die Unterzeichner warnen, dass es "die Spaltung in der internationalen Gemeinschaft der Assad-Regierung ermöglicht, ungehindert weiter zu töten. Dies muss gestoppt werden."

In dem Offenen Brief wird zudem die russische Regierung aufgefordert, "sich den gemeinschaftlichen Bemühungen anzuschließen, den Konflikt zu beenden und Frieden und Stabilität in Syrien und der Region wiederherzustellen."

Die Unterzeichner, die unter anderem aus den Mitgliedstaaten der UN-Sicherheitsratsmitglieder USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland, Indien, Südafrika und Guatemala stammen, befürchten, dass "der derzeitige Stillstand innerhalb der internationalen Gemeinschaft solche Initiativen befördert, die zu einer weiteren Eskalation führen, etwa der Bewaffnung des Regimes und der Opposition. Dies aber würde den Konflikt und das Leiden nur unnötig in die Länge ziehen."

Das Schreiben fordert die internationale Gemeinschaft auf, den Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Kofi Annan, vorbehaltlos darin zu unterstützen, "mit allen Regierungen – einschließlich Russlands und Chinas - und nicht-staatlichen Akteuren zu verhandeln, um die lähmende Spaltung zu überwinden." Der UN-Sicherheitsrat wird aufgefordert, eine einstimmige Resolution zu verabschieden, die zu einem Ende der Gewalt aufruft und an die syrische Regierung appelliert, humanitären Organisationen den umgehenden Zugang zu verletzten Personen zu ermöglichen.

www.un.org

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