vfa_120Berlin. - Sieben Pharmafirmen, vier akademische Forschungseinrichtungen und die Bill and Melinda Gates Stiftung wollen gemeinsam neue Tuberkulose-Medikamente entwickeln. Das gaben die Projektpartner am Donnerstag in Berlin bekannt. Die Beteiligten wollen ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Tuberkulose-Erreger und ihre Ressourcen zur Wirkstofferfindung bündeln, so dass neuartige Medikamente schneller entwickelt werden können. Auch Pharmastandorte in Deutschland werden sich beteiligen.

"Forschende Pharmafirmen zeigen damit ihre Entschlossenheit, in die Lösung drängender globaler Gesundheitsprobleme ihr wichtigstes Assett einzubringen - ihre Forschungsressourcen zur Erfindung neuer Medikamente", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), Birgit Fischer.

Beteiligen werden sich die Unternehmen AstraZeneca, Abbott, Bayer, Eli Lilly, GlaxoSmithKline, MSD und Sanofi. Mehrere davon sind bereits in anderen Projekten für neue Tuberkulose-Mittel engagiert. Bayer und Sanofi (Standort Frankfurt a.M.) wollen laut vfa Teile ihrer Substanzbibliotheken einbringen. Darin werden Millionen von Substanzen unterschiedlichster Molekülstruktur gelagert. Sollte eine dieser Verbindungen gegen Tuberkulose-Bakterien Wirkung zeigen, werden Forscher sie im Rahmen der Product Development Partnership chemisch so weiterentwickeln, dass sie die Erreger auch im menschlichen Körper zuverlässig erreicht und gut verträglich ist. Aussichtsreiche Wirkstoff-Kandidaten sollen dann ohne Ansprüche auf Marktexklusivität von jeder interessierten Einrichtung zu Medikamenten entwickelt und vertrieben werden können.

Seit rund zehn Jahren arbeitet die Pharmaindustrie eigenen Angaben zufolge wieder verstärkt an Tuberkulose-Medikamenten. Neun neue Medikamente werden derzeit in klinischen Studien erprobt, zwei sind sogar schon in den USA bzw. Europa zur Zulassung eingereicht. Da die Erreger jedoch auch gegen die neuen Medikamente wieder Resistenzen entwickeln können, und weil auch mit den neuen Mitteln die Therapie noch mehrere Monate dauern dürfte, ist ein Nachschub an neuen, schnell wirksamen Wirkstoffen wichtig. Der soll durch die Initiative TB Drug Accelerator (TBDA) nachhaltig gestärkt werden: Binnen fünf Jahren sollen fünf neue Tuberkulose-Medikamente in vorklinischen Tests sein.

Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 45 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 85.000 Mitarbeiter. Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.

www.vfa.de

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