omkareshwar_narmada_100Berlin. - Am Narmada Fluss im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh spielt sich derzeit eine Tragödie ab: Seit mehr als einer Woche trotzen 50 Kleinbauern den steigenden Fluten des Omkareshwar-Stausees. Mit ihrer Aktion wollen sie ein Zeichen gegen die illegale Überflutung von 30 Dörfern für den Omkareshwar Staudamm setzen, berichtet die Umweltorganisation urgewald.

Der Auftrag zum Bau des Omkareshwar Staudamm ging urgewald zufolge 2003 an die Firma Voith Siemens. Bereits damals warnten Vertreter von urgewald das Unternehmen, dass der Staudammbetreiber NHPC (National Hydro Power Corporation) und die Regierung Madhya Pradeshs nicht bereit seien die rund 50.000 Menschen, die im Überflutungsgebiet des Dammes leben, umzusiedeln.

"Genauso kam es", konstatiert urgewald: 2007 sei der Staudamm vollendet worden, und die Einwohner von fünf Dörfern seien für die erste Teilflutung des Stausees vertrieben worden. Die vollständige Füllung des Stausees hätten die Einwohner der Region damals aber per Gerichtsentscheid verhindern können. Sie erwirkten Urteile beim obersten Landesgericht die festlegten, dass alle betroffenen Familien sechs Monate vor der vollständigen Flutung des Stausees umgesiedelt sein müssen und dass die Regierung des Bundesstaates Madhya Pradesh hierfür Land zur Verfügung stellen muss.

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Bis heute habe keine einzige betroffene Familie Land erhalten, aber die Regierung von Madhya Pradesh habe trotzdem im August 2012 die vollständige Flutung des Omkareshwar Stausees angeordnet, berichtet urgewald. Seit Tagen steige nun der Wasserpegel und 50 Vertreter der verbliebenen 25 Dörfer hätten, gemeinsam mit der Aktivistin Chittaroopa Palit, angedroht eher ertrinken zu wollen, als sich vertreiben zu lassen.

"Diese Überflutung ist unmenschlich und gesetzeswidrig. Wir werden nicht weichen," sagte Palit. Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen aus ganz Indien unterstützen den Protest und fordern die Landesregierung auf, die Flutung unverzüglich einzustellen.

Die Geschäftsführerin von urgewald, Heffa Schücking, die das Projektgebiet besucht hat, sagte: "Es ist eine Schande, dass Voith Siemens sich an diesem Projekt beteiligt hat. Auf ihrer Webpage feiert die Firma dem Omkareshwar Damm als großen Erfolg, der ihr weitere Aufträge in Indien bescheren wird. Sie trägt Mitverantwortung dafür, dass nun 50.000 Menschen einfach aus ihren Dörfern geflutet werden. Voith Siemens' Indiengeschäft ist auf Menschenrechtsverletzungen gebaut."

Foto: © urgewald

www.urgewald.de

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