faire_wocheBerlin. - Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Gudrun Kopp, hat am Freitag Abgeordnete des Deutschen Bundestages zum "Fairen Frühstück" eingeladen. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Fairen Woche statt, die dieses Jahr unter dem Motto "Zukunft gestalten. Fair handeln!" das Thema "Nachhaltigkeit" in den Mittelpunkt stellte.

Mit der Einladung unterstrich Gudrun Kopp die Bedeutung des Fairen Handels als Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung: "Der Faire Handel ist moderne Entwicklungszusammenarbeit, weil er Menschen die Möglichkeit gibt, sich aus eigener Kraft aus der Armut zu befreien". Kopp sagte weiter: "Der Faire Handel leistet viel für Produzenten in den Partnerländern – angefangen bei festen Mindestpreisen über langfristige Handelsbeziehungen bis hin zur Beratung. Der Faire Handel trägt zudem dazu bei, dass Ressourcen und die Umwelt geschont werden, sodass sie auch für kommende Generationen nutzbar bleiben."

Die Vertreterin der thailändischen Kleinbauernkooperative "Green Net", Boonjira Tanruang, nahm ebenfalls an dem Frühstück teil. Auch in Thailand stehen die Produzentinnen und Produzenten vor großen Herausforderungen. Tanruang sagte: "Green Net unterstützt die Bauern bei Anpassungsmaßnahmen. Dabei setzen wir auf biologischen Anbau, denn insbesondere die Diversifizierung der Produktion und regelmäßige Fruchtfolgen machen die Bauern weniger anfällig für wirtschaftliche Einbrüche. Unsere Fair- Handels-Beziehungen eröffnen uns Spielräume für wichtige Investitionen und Weiterbildungsmaßnahmen."

Rund 65 Prozent der fair gehandelten Lebensmittel werden bereits unter Einhaltung biologischer Standards produziert. Der Faire Handel unterstützt weltweit rund 1.000 Kleinbauernorganisationen und Plantagen in mehr als 60 Ländern mit etwa 1,2 Millionen Produzenten. Der größte Wachstumsmarkt ist der Lebensmitteleinzelhandel. Die Zahl der Lebensmittelgeschäfte, die Produkte aus Fairem Handel anbieten, ist um weitere 10 Prozent auf 36.000 gestiegen.

Kopp appellierte an die Verbraucherinnen und Verbraucher, ihre Einkaufsmacht zu nutzen, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen im Süden zu verbessern: "Ich freue mich darüber, dass das Bewusstsein für verantwortungsvollen Konsum in Deutschland wächst. Verbraucherinnen und Verbraucher können durch ihre Kaufentscheidungen und Nachfragen aktiv einen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten." Im Verlauf der Veranstaltung forderte Kopp erneut, das Angebot fairer Produkte auch im Deutschen Bundestag zu erweitern.

Die Geschäftsführerin des Forums Fairer Handel, Antje Edler, rief die Politik auf, sich im Zuge der Reform der europäischen Vergabeverordnung für eine Stärkung von sozialen Kriterien in der öffentlichen Beschaffung einzusetzen: "Die Beschaffungspolitik ist ein wichtiges Instrument des Staates, um die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards zu befördern. Sie muss ein klares Signal setzen gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen und für menschenwürdige Arbeit weltweit!"

Die Faire Woche fand vom 14. bis zum 28. September statt. Bundesweit zeigten mehr als 2.000 Aktionen, wie faire Handelsalternativen zu besseren Zukunftsperspektiven für Menschen in ärmeren Ländern beitragen.

www.faire-woche.de
www.bmz.de

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